Politik

In Sachsen und Brandenburg vorn AfD legt vor Landtagswahlen im Osten vor

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AfD-Plakat in Leipzig

(Foto: picture alliance/dpa)

Kaum eigene Zuwächse und bärenstarke Grüne: Ihr Europawahlergebnis ist für die AfD eher enttäuschend. Allerdings nicht im Osten. Vor den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen liegt die Partei dort vorn.

Kreistage, Bezirksversammlungen, Bürgermeisterämter und andere Kommunalvertretungen: Viele Millionen Menschen haben in Deutschland an diesem Sonntag auch über die lokale Politik abgestimmt. Weil die Kommunalwahlstimmen erst nach der Europawahl ausgezählt wurden, trudelten die Ergebnisse entsprechend spät ein. Mit Spannung erwartet wurden dabei die Ergebnisse in den Ostbundesländern, wo jeweils schon am 1. September ein neuer Landtag gewählt wird: Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

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In Brandenburg muss demnach die SPD stärker denn je um die Fortsetzung ihrer seit der Wende ununterbrochenen Regierungsführung bangen. Bei der Wahl der Kreistage der Landkreise und Stadtverordnetenversammlungen der kreisfreien Städte lagen nach Auszählung von mehr als einem Fünftel der Wahlbezirke CDU und AfD mit rund 18 Prozent gleichauf, die SPD folgte knapp dahinter.

Eindeutiger der Trend bei der Europawahl in Brandenburg: Nach Auszählung fast aller Wahlbezirke kam die AfD auf 20,4 Prozent, gefolgt von der CDU mit 17,9 Prozent. Die SPD kam auf 17,1 Prozent. Die Grünen konnten in Brandenburg ihr Europawahlergebnis von 6 auf 12 Prozent verdoppeln.

Schlechte Ergebnisse für Kretschmer und Ramelow

In Sachsen erhielt mit dem CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer ein weiterer Amtsinhaber einen Dämpfer: Nach Auszählung von 322 der 419 sächsischen Gemeinden stimmten 29,2 Prozent bei der Europawahl für die AfD und 26,7 Prozent für die Christdemokraten. Die Linke mit 10,1 Prozent und SPD mit 7,8 Prozent spielten keine Rolle. Bei den Kreistagwahlen zeichnete sich am Abend ab, dass die CDU mit wenigen Prozentpunkten Vorsprung vor der AfD bleiben würde.

Bitter für Kretschmer: Bei der Oberbürgermeisterwahl in seiner Heimatstadt Görlitz zeichnete sich laut MDR eine Stichwahl zwischen dem AfD-Kandidaten auf Platz eins und der zweitplatzierten Kandidatin eines Grünen-nahen Bürgerbündnisses ab. Der CDU-Kandidat schaffte demnach nur Platz drei. Kretschmer hatte schon bei der Bundestagswahl im Kampf gegen einen bis dato weitgehend unbekannten AfD-Kandidaten ein Direktmandat verpasst.

Linke in Thüringen abgeschlagen auf Platz drei

In Thüringen, wo der Linke-Ministerpräsident Bodo Ramelow regiert, lieferten sich CDU und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Europawahl. Nach Auszählung von zwei Drittel der Wahlbezirke lag die CDU laut MDR bei 25,5 Prozent, die AfD bei 24,2 Prozent. Auf Platz drei folgte die Linke mit knapp über 13 Prozent.

In allen drei Bundesländern war die Wahlbeteiligung überdurchschnittlich, wie in den anderen Bundesländern auch. Berichte über lange Schlangen vor Wahllokalen waren aber wohl eher dem unhandlich langen Wahlzettel geschuldet als dem Andrang selbst. Der Bundestrend, wonach vor allem die Grünen zulegen konnten, bestätigte sich nur in Brandenburg.

In den anderen neuen Bundesländern hatte die AfD weniger starke Ergebnisse: In Sachsen-Anhalt stimmten nach Auszählung fast aller Wahlkreise 23,3 Prozent für die CDU und nur 20,5 für die AfD. Die Linke kam auf 14,3 Prozent, die SPD auf 12,5. In Mecklenburg-Vorpommern erzielt die CDU 24,4 Prozent, die AfD 18,5 Prozent. Die SPD kam auf 15,4 Prozent.

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Quelle: n-tv.de, shu

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