Politik

Neuer Verfassungsschutzbericht AfD treibt Zahl der Rechtsextremisten hoch

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Die 88 steht in rechtsextremen Kreisen für "Heil Hitler".

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der Extremisten in Deutschland steigt - das geht Medienberichten zufolge aus dem neuen Verfassungsschutzbericht hervor. Bei den Rechtsextremen ist dafür vor allem der "Flügel" verantwortlich. Bei den Muslimbrüdern bereiten sogenannte Familien-Zellen Sorgen.

Die Zahl der Rechtsextremisten hat sich nach Schätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz um ein Drittel erhöht. Das geht nach "Spiegel"-Informationen aus dem Jahresbericht für 2019 hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt werden soll. Demnach rechnet der Verfassungsschutz inzwischen 32.080 Personen zum "rechtsextremistischen Personenpotenzial" - im Vorjahr waren es noch 24.100.

Hintergrund des Anstiegs ist, dass in dem Jahresbericht erstmals die etwa 7000 Anhänger des völkischen AfD-"Flügels" mitgezählt werden. Auch die geschätzt 1600 Anhänger der AfD-Parteijugendorganisation Junge Alternative (JA) rechnet das Bundesamt für Verfassungsschutz zum "rechtsextremistischen Personenpotenzial".

Laut SWR und BR wächst auch die Zahl derer, die der islamistischen Muslimbruderschaft angehören. Sie berichten, dass der Verfassungsschutz inzwischen mehr als tausend Anhänger in Deutschland vermute. Dabei werde von einer "deutlich wachsenden Tendenz" ausgegangen, heißt es. Eine "dreistellige Anzahl von Organisationen/Moscheen" sei dem Netzwerk zuzurechnen.

Sicherheitskreise haben SWR und BR demnach auch die Existenz sogenannter Usra-Zellen in Deutschland bestätigt. "Usra" ist das arabische Wort für Familie. Den Angaben zufolge werden die Zellen genutzt, um Mitglieder im Verborgenen zu schulen und die islamistische Ideologie der Muslimbrüder zu verbreiten. In dem Bericht heißt es, dass das Ziel der Muslimbruderschaft "eine Durchdringung der Gesellschaft mit dem Ziel einer perspektivischen Errichtung eines auf der Scharia basierenden gesellschaftlichen und politischen Systems" ist.

Quelle: ntv.de, chr/AFP