Politik

Gedenken an Opfer des NS-RegimesAfD und CDU in Heidenau wollen keine Stolpersteine mehr verlegen

24.09.2026, 12:20 Uhr
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Stolpersteine machen deutschlandweit auf die Verbrechen des Nationalsozialismus aufmerksam.

Stolpersteine werden seit den 1990er Jahren als Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus bundesweit vor deren letztem bekannten Wohnort verlegt. Damit soll im sächsischen Heidenau nun Schluss sein. CDU, AfD und ein lokales Wählerbündnis wollen eine andere Form des Gedenkens.

Stadträte von AfD und CDU wollen die Verlegung sogenannter Stolpersteine in Heidenau (Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) in Zukunft ablehnen. In einem fraktionsübergreifenden Beschlussantrag gemeinsam mit dem "Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie" fordern Vertreter der beiden Parteien, Stolpersteine "im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich" künftig abzulehnen. Der Stadtrat soll am Abend über eine entsprechende Beschlussvorlage abstimmen.

Viele Bürger, Angehörige und Initiativen würden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen empfinden, heißt es weiter. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so "dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist". Die Verwaltung empfiehlt, die Vorlage abzulehnen. "Das Gedenken sollte auch künftig sichtbar und wahrnehmbar im öffentlichen Raum stattfinden", heißt es darin.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Dresden äußerte Kritik an dem gemeinsamen Vorhaben von AfD und CDU. Man habe die Vorlage "mit Befremden" zur Kenntnis genommen, erklärt der Verein. "Es ist uns unverständlich, dass einige Stadträte in Heidenau die Komplexität der Thematik und die Chance dieser Form der Erinnerung offenbar nicht erkennen und ohne Not einen Vorschlag machen, mit dem sie das Gedenken aus der Mitte der Gesellschaft herausreißen und auf einen Friedhof abschieben wollen", so die DIG.

Laut "Sächsischer Zeitung" hatte die AfD bereits im Dezember 2025 einen nahezu identischen Antrag eingebracht. In diesem war ebenfalls gefordert worden, nur noch ein zentrales Gedenken auf dem Nordfriedhof der Stadt auszurichten und keine Stolpersteine zu verlegen.

In Heidenau gibt es demnach bereits Stolpersteine an zwei Standorten - unter anderem zur Erinnerung an den früheren Heidenauer Bürgermeister Paul Gröger. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Alternative Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz mit Sitz im benachbarten Pirna die Verlegung weiterer Stolpersteine beantragt.

Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es bereits seit den 1990er Jahren. Die in der Regel spendenfinanzierten Pflastersteine mit den Namen der Opfer des Nationalsozialismus werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort der Opfer verlegt.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

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