Politik

Stauffenberg "Verräter" genannt AfD will JA-Landeschef Steinke ausschließen

Lars Steinke beim Haustürwahlkampf der AfD in Niedersachen (Archivbild).

Lars Steinke beim Haustürwahlkampf der AfD in Niedersachen (Archivbild).

picture alliance / Swen Pförtner

Weil er den Hitler-Attentäter Stauffenberg als "Verräter" bezeichnet hatte, will die AfD Niedersachsen den Chef ihrer Jugendorganisation nun aus der Partei ausschließen. Damit folgt diese einer Empfehlung des Vorsitzenden Gauland.

Wegen Verunglimpfung des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg will die niedersächsische AfD den Landeschef ihrer Jugendorganisation, Lars Steinke, hinauswerfen. Landes- und Fraktionschefin Dana Guth sagte in Hannover: "Der AfD-Landesvorstand Niedersachsen hat gestern Abend beschlossen, einen Parteiausschluss zu beantragen."

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AfD-Chef Gauland bezeichnete Stauffenberg als "Helden der deutschen Geschichte" und empfahl den Ausschluss Steinkes.

(Foto: dpa)

Bereits am Donnerstag hatte sich Parteichef Alexander Gauland für diesen Schritt ausgesprochen. "Steinke hat sich für die AfD disqualifiziert. Er sollte ausgeschlossen werden." Steinke ist Vorsitzende der niedersächsischen AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA), er hatte Stauffenberg in einem Facebook-Eintrag als "Verräter" und "Feigling" bezeichnet.

"Solche Äußerungen sind ein bodenloser Schwachsinn. Stauffenberg ist ein Held der deutschen Geschichte", sagte Gauland. Ko-Parteichef Jörg Meuthen nannte die Aussagen Steinkes "komplett inakzeptabel". Sie offenbarten "ein absurdes Geschichtsverständnis und haben in der AfD absolut nichts zu suchen", erklärte Meuthen. Der Bundesvorstand werde sich zu Beginn der kommenden Woche mit der Angelegenheit befassen.

Am 20. Juli 1944 hatten Offiziere um Oberst Stauffenberg versucht, mit einem Attentat auf Hitler die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu beenden. Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs wurden Stauffenberg und einige seiner Mitverschwörer noch in derselben Nacht hingerichtet.

In einem nicht öffentlich einsehbaren Facebook-Eintrag hatte Steinke Stauffenberg als Verräter bezeichnet. Der Göttinger Student war bereits öfter aufgefallen durch markige Sprüche und rechtsextreme Kontakte. Guth beklagte die Schwierigkeit beim Umgang mit Mitgliedern, die sich extrem äußerten. "Es ist schwierig, wenn sich Leute in einer Art und Weise äußern, bei der man sagen kann: Das gefällt mir nicht. Es muss ja auch justiziabel sein." Das sei im Falle Steinkes nach ihrer Ansicht nun gegeben.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP/dpa

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