Politik

Proteste waren friedlich Aggressive Polizisten nach Mai-Demo in der Kritik

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Nicht alle Polizisten sollen während der Proteste rund um den 1. Mai so entspannt gewesen sein.

Nicht alle Polizisten sollen während der Proteste rund um den 1. Mai so entspannt gewesen sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Anders als in früheren Jahren verlaufen die Demonstrationen am 1. Mai in Berlin friedlich. Zu Gewalt kommt es trotzdem. Daran sollen einzelne Polizisten schuld sein, die wahllos gegen Menschen vorgehen. Eine Polizei-Gewerkschaft verteidigt das Vorgehen.

Nach einem gewaltfreien Verlauf der 1. Mai-Demonstration in Berlin gibt es Debatten über das aggressive Auftreten von Polizisten gegenüber feiernden Menschen in Kreuzberg. Eine zehn Sekunden lange Videosequenz zeigt, wie Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern am späten Abend die Menschen von der Oranienstraße vertreiben wollen, um die Straße wieder für den Autoverkehr freizumachen. Ohne weiteren Anlass sprühen sie dabei Pfefferspray auf friedlich am Straßenrand stehende Menschen, stoßen einen betrunkenen Mann brutal auf den Boden, schubsen andere Menschen weg.

Mehrfach lief die Polizeieinheit mit Schlagstöcken und Pfeffersprayflaschen in den Händen die Straße höchst aggressiv auf und ab. Polizisten besprühten Menschen und stießen sie von der Straße, der Polizeiführer schrie immer wieder: "Runter von der Straße, runter von der Straße." Erst durch dieses Auftreten wurde die Stimmung, die zuvor entspannt war, wieder aufgeheizt. Es kam zu Sprechchören gegen die Polizei, später warfen Menschen auch ein oder zwei Flaschen in Richtung von Polizisten.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verteidigte den Einsatz: "Sich aber jetzt schon davon ein Bild machen zu können, ist anmaßend, weil niemand sieht, was vorher war und in welchem Kontext sich die Kollegen zu den Maßnahmen entschieden haben." Die Berliner Polizei wollte sich später äußern.

Polizei spricht von "erstaunlich friedlichen" Protesten

Insgesamt blieb die Polizei bei ihrem Fazit von einem "erstaunlich friedlichen" Verlauf der früher oft krawallträchtigen Demonstration. Bei der Demonstration mit rund 12.000 Teilnehmern und danach gab es keine Gewaltausbrüche.

In der Nacht hatte die Polizei neun Festnahmen gemeldet. Die GdP sprach von 70 Festnahmen und 9 verletzten Polizisten. Die endgültigen Zahlen wollten der neue Regierende Bürgermeister Kai Wegner, Innensenatorin Iris Spranger und Polizeipräsidentin Barbara Slowik in einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Senats vorstellen.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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