Folge der Ukraine-KriseAidserreger bedroht Hunderte Babys

Der anhaltende militärische Konflikt erschwert die medizinische Versorgung in der Ostukraine. Nach dem Beschuss der Blutbank in Donezk fehlt es vor allem an sicheren Blutkonserven. Nun droht laut WHO die Geburt Hunderter mit HIV infizierter Babys in der Region.
Als Folge des Krieges in der Ostukraine kommen dort nach UN-Schätzungen wahrscheinlich Hunderte Babys mit dem Aidserreger zur Welt. Es fehle an sicheren Blutkonserven nachdem die Blutbank in Donezk beschossen wurde, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. Dadurch sei es kaum noch möglich, die Übertragung von HIV durch infizierte Mütter bei der Geburt zu unterbinden.
In der Region Donezk seien vor dem Ausbruch der Krise fast 28.000 Menschen mit HIV registriert worden - die höchste Rate in der Ukraine. Insgesamt werde die medizinische Versorgung immer schwieriger, weil der Krieg Krankenhäuser nicht verschone, beklagten WHO-Sprecher. Seit Beginn der Gewalttätigkeiten seien 78 Gesundheitseinrichtungen beschossen worden. Allein bei Angriffen in den letzten zwei Wochen auf sechs Krankenhäuser seien vier Menschen getötet und 19 verletzt worden.
Die WHO machte keine Angaben, ob Regierungstruppen oder Separatisten verantwortlich sind. Überall fehle es an Medikamenten, Impfstoffen und Laboreinrichtungen. Dadurch breiteten sich Krankheiten aus. In dem von Separatisten kontrollierten Teil der Region Donezk hätten die Fälle von Tuberkulose um fünf Prozent zugenommen.