Politik

Merkel bei der Sommer-PK Als wäre nichts gewesen

Bundeskanzlerin Merkel gibt ihre alljährliche Sommer-Pressekonferenz. Hinter ihr liegen turbulente Wochen, in denen sie gesundheitlich angeschlagen wirkte. Davon heute keine Spur. Sie bekräftigt, dass sie weitermachen will bis 2021.

Die Kanzlerin trägt rot. Manch einer in Berlin munkelt, sie trage die Farbe besonders gerne, wenn sie resolut auftreten will. Bei Regierungserklärungen zum Beispiel - und eben auch heute, wenn sie sich den Fragen der Hauptstadtjournalisten stellt. Und die erleben eine erstaunlich aufgeräumte Kanzlerin. Alles wie immer, sollte man meinen. Zumindest versucht Angela Merkel diesen Eindruck zu erwecken: entspannt, fröhlich, konzentriert.

Dabei liegen turbulente und anstrengende Wochen hinter ihr. Da war die Aufregung um Ursula von der Leyen. Dann die Überraschungspersonalie Annegret Kramp-Karrenbauer, die Parteichefin der CDU, die ein Ministeramt bisher ausgeschlossen hatte und jetzt plötzlich Verteidigungsministerin wird. Und nicht zuletzt wirkte die Kanzlerin selbst angeschlagen: Drei Zitteranfälle in den vergangenen Wochen warfen die Frage auf, wie fit sie wirklich ist.

"Es geht mit gut!", sagt Merkel, als die Frage kommt, wie es ihr jetzt geht. Sie verstehe die Fragen nach ihrer Gesundheit, sagt sie. Sie müsse als Regierungschefin handlungsfähig sein. "Ich kann diese Funktion ausüben!" Sie habe aber auch als Mensch ein hohes Interesse an ihrer Gesundheit. "2021 ist zwar der Abschluss meiner politischen Arbeit, aber dann hoffe ich, dass es ein weiteres Leben gibt und das möchte ich gerne gesund weiterführen!"

War was?

Es ist auffällig: Merkel betont gleich mehrfach, dass sie noch bis 2021 Kanzlerin bleiben möchte, dass sich daran nichts geändert habe. Nicht mit der Berufung ihrer Wunsch-Nachfolgerin Kramp-Karrenbauer ins Kabinett, nicht mit den Streitigkeiten innerhalb der Koalition.

Merkel betont lieber die gute Zusammenarbeit mit der SPD, die sei sehr, sehr verlässlich. Das gebe ihr den Optimismus, dass man die Regierungsarbeit weiterführen könne. Sie spricht darüber, welche Aufgaben sie noch vor sich habe. Klimaschutz zum Beispiel und die Grundrente. SPD-Kritik an der Personalentscheidung AKK? "Von Menschen, die jetzt entscheidend in der Koalition sind, habe ich dazu nichts gehört!"

Es ist der Versuch zu signalisieren: Läuft doch alles ganz normal. Als gäbe es nicht ständig Krach in der GroKo, als müsse sie nicht ständig fürchten, dass die SPD hinschmeißt. Als müsse sich niemand Sorgen um ihre Gesundheit machen. Die Hauptstadtpresse erlebte eine Kanzlerin nach dem Motto: War was?

Lesen Sie hier noch einmal im Liveticker die wichtigsten Äußerungen von Kanzlerin Merkel nach.

Quelle: n-tv.de

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