Politik

Autonomes Fahren und KI im Fokus Altmaier wünscht sich E-Auto, "das sexy ist"

Wenn es um künstliche Intelligenz und selbstfahrende Autos geht, haben die USA und China die Nase vorne. Wirtschaftsminister Altmaier möchte das ändern. Deutschland soll weiter auf die Automobilindustrie setzen - nicht nur im klassischen Sinn.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier möchte Deutschland führend in künstlicher Intelligenz und autonomem Fahren machen. "Da waren die USA, da waren Korea und China immer schon sehr stark. Aber wir haben erkannt, dass wir aufholen wollen und müssen", sagte Altmaier im n-tv Talk "Wieso Sie, Peter Altmaier?". Deutschland müsse den Anspruch haben, vorne mit dabei zu sein - "ob es künstliche Intelligenz ist oder selbstfahrende Autos, das alles werden wir in den nächsten Monaten anpacken".

Auch in Zukunft soll Deutschland demnach Automobilstandort bleiben. Im Bereich des autonomen Fahrens solle wie in China oder den USA Geld investiert werden. "Aber wir wollen natürlich unser eigenes System entwickeln - das sicherer sein soll, als andere". Im Bereich der Elektroautos liege Deutschland hinter dem Zeitplan zurück. Altmaier wünscht sich deshalb, "dass unsere Autobauer ein Elektroauto bauen, das sexy ist". Wenn über diese Probleme ebenso wie über die Diesel-Problematik gesprochen werde, sei er bereit, die von Volkswagen-Chef Herbert Diess geforderte "Agenda Auto" zu unterstützen.

Die Schwierigkeiten in der Automobilindustrie - nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal - trugen laut Altmaier zudem mit dazu bei, dass im dritten Quartal die Wirtschaftsleistung im Land nicht wuchs. Ob damit ein Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs bereits in Sicht ist, sei unklar. "Ich glaube aber, dass man das überwinden kann mit einer klugen Politik", so Altmaier. "Wir müssen immer erkennen, dass wir nicht über unsere Verhältnisse leben. Wir müssen das, was wir ausgeben, auch erwirtschaften." Auch wie der Brexit ausgehe, wisse man im Augenblick nicht. "Tatsache ist, die Aufspaltung eines großen Wirtschaftsraumes ist für beide Seiten problematisch. Diese negativen Auswirkungen kann man abfedern, verhindern kann man sie nicht."

Eine Herausforderung sieht Altmaier auch beim Ausstieg aus der Kernenergie und dem schrittweisen Ausstieg aus der Kohlestromerzeugung. "Andere Länder werden vielleicht ein bisschen früher aus der Kohlestromerzeugung ausscheiden, weil sie sehr viel länger Kernkraftwerke nutzen werden", so Altmaier.

Mit Blick auf den UN-Migrationspakt äußerte Altmaier sich positiv. "Wir haben in der Fraktion eine ganz klare Auffassung, wir glauben, dass dieser Pakt im nationalen Interesse unseres Landes liegt und deshalb unterstützen wir ihn." Dass der Pakt in der Partei kontrovers diskutiert werden, sei aber ein ganz normaler Vorgang.

Quelle: n-tv.de, ftü

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