Politik

"Für das Überleben des Planeten" Amazonas-Länder wollen Regenwald retten

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Sondergipfel vor Ort: Brasiliens Außenminister Ernesto Araujo, Evo Morales, Präsident von Bolivien, Martin Vizcarra, Präsident von Peru, Ivan Duque, Präsident von Kolumbien, Lenin Moreno, Präsident von Ecuador, Ashwin Adhin, Vizepräsident von Surinam, und Raphael Trotman, Minister für Naturressourcen von Guayana zeigen das unterzeichnete Abkommen am Tisch in Leticia.

(Foto: dpa)

Der "Pakt von Leticia" soll die "grüne Lunge" der Erde vor dem Untergang bewahren: Im Grenzort Leticia kommen Spitzenpolitiker aus sieben südamerikanischen Staaten zusammen, um gemeinsame Schritte zum Schutz der Amazonas-Region festzulegen.

Die Amazonas-Länder wollen den größten Tropenwald der Welt, in dem derzeit verheerende Brände wüten, besser schützen. Eine entsprechende Vereinbarung verabschiedeten Vertreter der beteiligten Staaten bei einem Gipfeltreffen im kolumbianischen Leticia. In einer gemeinsamen Erklärung dazu kündigten sie den Aufbau eines Kooperationsnetzwerks an, über das unter anderem Wetterdaten sowie Informationen über illegale Abholzungen und illegale Minen ausgetauscht werden sollen.

Der sogenannte "Leticia-Pakt für den Amazonas" wurde von sieben Ländern unterzeichnet: Kolumbien und Peru als Co-Organisatoren des Gipfeltreffens sowie Ecuador, Bolivien, Suriname, Guyana und auch das flächenmäßig größte und wirtschaftsstärkste Land der Region, Brasilien. Zum Auftakt des Treffens hatte Kolumbiens Präsident Ivan Duque gefordert, dass der Schutz des Regenwaldes unbedingt verbessert werden müsse. "Dies ist entscheidend für das Überleben unseres Planeten."

Video-Botschaft von Bolsonaro

An dem Treffen nahmen die Präsidenten von Kolumbien, Peru, Ecuador und Bolivien teil. Aus Suriname kam der Vize-Präsident, Guyana schickte seinen Umweltminister. Brasilien, zu dem der größte Teil der Amazonas-Wälder zählt, war mit Außenminister Ernesto Araújo präsent.

Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hatte seine Teilnahme aus medizinischen Gründen abgesagt, er soll am Sonntag operiert werden. Per Videoschaltung forderte er von seinen Kollegen Widerstand gegen Versuche, den Schutz des Regenwaldes zu internationalisieren: "Wir müssen eine starke Position einnehmen und unsere Souveränität verteidigen, so dass jedes Land die beste Politik für die Amazonas-Region entwickeln kann. Wir dürfen das nicht in die Hände von anderen Ländern geben."

Im größten Tropenwald der Welt, der für das globale Klima eine entscheidende Rolle spielt, wüten derzeit die schwersten Brände seit Jahren. Der Rechtsaußenpolitiker und Klimaskeptiker Bolsonaro ergriff nur widerwillig Gegenmaßnahmen und steht deshalb international in der Kritik. Zeitweilig hatte er Umweltschützern unterstellt, die Brände selbst gelegt zu haben.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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