Politik

Zwei Tote in Provinz Idlib Anschlag auf türkische Soldaten in Syrien

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Schon früher, wie etwa 2019 als diese Aufnahme entstand, waren türkische Soldaten in Idlib angegriffen worden - mit tödlichen Folgen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vermutlich durch einen Bombenanschlag sterben im Norden Syriens zwei türkische Soldaten. Der Angriff erfolgt in einer Region, wo Al-Kaidas syrischer Ableger dominiert. Währenddessen versuchen die UN, die Verfassungsgespräche wiederzubeleben.

Während sich die UN darum bemühen, die Gespräche über eine neue syrische Verfassung in Gang zu bringen, hat es einen schweren Anschlag in der Provinz Idlib gegeben. Bei einem Angriff auf eine türkische Militärpatrouille im Norden Syriens wurden zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die türkischen Soldaten seien attackiert worden, als sie sich auf dem Rückweg von einer Patrouille befunden hätten, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. Angaben zu der Art des Angriffs und den Angreifern machte das Ministerium nicht.

Nach Angaben von Reportern der Nachrichtenagentur AFP wurden die türkischen Militärs mit einer Bombe attackiert. Die Attacke ereignete sich demnach auf der Straße zwischen den Städten Idlib und Binnisch. Die verletzten türkischen Soldaten wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in ein Krankenhaus der südtürkischen Provinz Hatay transportiert.

Idlib ist die letzte große Hochburg von Islamisten in Syrien, welche die Führung in Damaskus bekämpfen. Dominiert wird die Provinz im Nordwesten des Landes von der dschihadistischen Miliz Hayat Tahrir-al Scham, dem früheren syrischen Al-Kaida-Ableger. Darüber hinaus sind noch weitere islamistische Gruppierungen in der Region präsent.

Im März des vergangenen Jahres hatten sich die Konfliktparteien unter der Vermittlung Moskaus und Ankaras auf eine Waffenruhe geeinigt, die zunächst weitgehend hielt. In den vergangenen Monaten nahmen die bewaffneten Angriffe in Idlib aber wieder zu. Seit Beginn des Krieges in Syrien im Jahr 2011 wurden etwa 500.000 Menschen getötet. Mehr als 6,6 Millionen weitere suchten Zuflucht im Ausland.

Syrische Verfassungsgespräche stecken fest

Der Syrien-Gesandte der Vereinten Nationen, Geir Pedersen, bemühte sich derweil bei einem Besuch in Damaskus, Gespräche über eine neue syrische Verfassung wiederzubeleben. Pedersen traf mit Außenminister Faisal al-Mikdad zusammen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Der Diplomat war zuletzt im Februar nach Damaskus gereist.

Vor fast zwei Jahren hatte in Genf ein Ausschuss seine Arbeit aufgenommen, der unter UN-Vermittlung eine neue Verfassung ausarbeiten soll. Nach mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg soll damit ein Weg aus der Krise geebnet werden. Besetzt ist das Gremium mit Vertretern der Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft. Bislang gibt es jedoch keinerlei Fortschritte.

Pedersen zeigte sich nach dem Ende der bislang letzten Verhandlungsrunde Ende Januar angesichts des völligen Stillstands enttäuscht. Zugleich kündigte er an, ein neues Treffen sei erst dann möglich, wenn es eine Einigung auf ein Verfahren gebe. Die Opposition wirft der Regierung in Damaskus vor, die Gespräche zu verschleppen. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert seit März 2011. Mittlerweile kontrollieren die Anhänger von Machthaber Baschar al-Assad wieder rund zwei Drittel des Landes.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa

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