Politik

Coronavirus gefährdet Events Asean-Treffen in Las Vegas abgesagt

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Am 20. Februar fand eine Sondertagung der Asean-Außenminister und Chinas statt, um über das Vorgehen gegen das Coronavirus zu beraten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beinahe täglich bestimmen Verschiebungen oder Absagen von Großveranstaltungen die Schlagzeilen. Nun trifft es auch ein Gipfeltreffen in den USA, das wegen der Furcht der weiteren Ausbreitung des Coronavirus nicht wie geplant stattfindet. Die Zahl der Infizierten steigt derweil weiter.

Weltweit werden wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus immer mehr Veranstaltungen gestrichen. Die US-Regierung sagte ein für den 14. März geplantes Gipfeltreffen mit den Staaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) in Las Vegas ab. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) strich ihr Jahres-Symposium vom 17. bis 19. März in der Schweiz. Die große US-Fluggesellschaft United Airlines verschob ihren für Donnerstag geplanten Investorentag.

Kurz zuvor war die weltgrößte Reisemesse ITB Berlin vom 4. bis 8. März abgesagt worden. Es könnte nicht die letzte Absage dieser Art sein. Der Krisenstab der Bundesregierung empfahl am späten Abend, bei der Risikobewertung von Großveranstaltungen die Prinzipien des Robert Koch-Instituts zu berücksichtigen. Bei Anwendung dieser Prinzipien sollten aus Sicht des Krisenstabs "unmittelbar bevorstehende internationale Großveranstaltungen" abgesagt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel plädierte dennoch für "Maß und Mitte" beim Umgang mit dem neuartigen Coronavirus. Es sollten nicht alle Veranstaltungen deshalb abgesagt werden, sagte sie am Freitagabend auf ihrem Jahresempfang in ihrem vorpommerschen Bundestagswahlkreis in Stralsund. Deutschland gehöre zu den Ländern, die die besten Voraussetzungen hätten, um mit dem Virus klarzukommen.

In Deutschland war die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten am Freitag auf mehr als 50 angestiegen. Betroffen sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg. Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Hamburg beziehungsweise Schleswig-Holstein. Besonders stark betroffen ist derzeit der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Dort war die Zahl der Infizierten bis Freitagabend auf 37 gestiegen.

Infektionszahlen in Südkorea steigen stark

Steigende Zahlen an Infizierten und Toten meldeten am Wochenende China und Südkorea: Die Pekinger Gesundheitskommission teilte mit, in China seien weitere 47 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Laut offiziellen Angaben wurden landesweit 427 neue Erkrankungen registriert. Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen stieg auf dem chinesischen Festland damit auf 79.251. Bislang wurden 2835 Tote in China bestätigt.

In Südkorea stieg die die Zahl der Infektionsfälle binnen 24 Stunden um sogar fast 600. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilten, steckten sich damit bisher 2931 Menschen mit dem Erreger von Covid-19 an - so viele wie nirgendwo sonst außerhalb Chinas. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, kletterte um drei auf bisher 16.

Die Regierung in Rom schob derweil am Freitagabend ein Bündel von Nothilfen für Menschen in den vom Coronavirus stark betroffenen Gebieten an. So will das Kabinett den Bürgern die Möglichkeit geben, Zahlungen an Versorgungsunternehmen und Versicherungen vorübergehend auszusetzen. Bei dem Coronavirus-Ausbruch, der in der Lombardei vor rund einer Woche seinen Anfang nahm, stieg die Zahl der erfassten Infizierten in ganz Italien in Richtung 900. Davon starben 21 Menschen bis Freitagabend an der neuen Lungenkrankheit oder im Zusammenhang damit.

WHO stuft Verbreitungsrisiko höher ein

Laut RKI hat sich die Zahl der Fälle weltweit auf mehr als 83.000 Infizierte in 52 Ländern erhöht. In Europa sind mehr als 20 Länder betroffen, wie aus der Statistik des europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorgeht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte angesichts der wachsenden Zahl von Sars-CoV-2-Infektionen das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus von "hoch" auf "sehr hoch".

Die meisten Sars-CoV-2-Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, hieß es vom RKI. Sie bekommen etwa Atemprobleme oder eine Lungenentzündung. Nach bisherigen Zahlen sterben ein bis zwei Prozent der Infizierten, weit mehr als bei der Grippe.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa