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Blutbad in Kalifornien Attentäterin besuchte Koranschule

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Tashfeen Malik besuchte offenbar eine Koranschule in Pakistan, bevor sie in die USA immigrierte.

(Foto: REUTERS)

Hat sich die Attentäterin von San Bernardino in einer pakistanischen Koranschule radikalisiert? Eine dortige Lehrerin erinnert sich an sie und stellt fest: "Sie war ein gutes Mädchen."

Die an dem Anschlag im kalifornischen San Bernardino beteiligte Pakistanerin Tashfeen Malik ging in ihrem Heimatland in eine der renommiertesten Koranschulen. Dies sagte eine der dortigen Lehrerinnen.

"Es war ein zweijähriger Kurs, aber sie hat ihn nicht zu Ende gemacht", sagte die Lehrerin des Al-Huda-Institut im zentralpakistanischen Multan. "Sie war ein gutes Mädchen. Ich weiß nicht, warum sie gegangen ist und was mit ihr passiert ist." Wann genau Malik das Institut besuchte, teilte die Lehrerin nicht mit.

Frühere Kommilitoninnen von Malik in der "Bahauddin Zakariya Universität" sagten aber, sie habe die Koranschule im Anschluss an die Uniseminare besucht, an der sie von 2007 bis 2013 Pharmazie studiert habe. Laut einer weiteren Kommilitonin hat sich Malik durch die Koranschule "drastisch verändert" und sei immer "ernster und strenger" geworden.

Schule distanziert sich von dem Attentat

Ein Vertreter der Koranschule sagte, er könne weder bestätigen noch dementieren, dass Malik an dem Institut eingeschrieben gewesen sei. Die Al-Huda-Institut habe aber nichts mit dem Anschlag in San Bernardino zu tun und sei "nicht verantwortlich für die persönlichen Taten der Schüler".

Das Angebot des 1994 gegründeten Instituts richtet sich an Frauen aus der Mittel- und Oberschicht, die sich intensiver mit dem Islam auseinandersetzen. Es unterhält auch Büros in den USA, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien und in Großbritannien. Die Koranschule hat keine bekannten Verbindungen zu Extremisten. Kritiker werfen dem Al-Huda-Institut allerdings vor, ideologisch den radikalislamischen Taliban nahe zu stehen.

Das Paar, das 14 Menschen bei dem Attentat tötete, lernte sich über ein Online-Dating-Portal kennen, wie ein Anwalt der Familie dem US-Sender CNN sagte. Persönlich hatten sich die beiden demnach im Jahr 2013 in Saudi-Arabien bei der traditionellen islamischen Pilgerfahrt nach Mekka kennengelernt. Auf einer zweiten Reise nach Saudi-Arabien heiratete Farook offenbar Malik in einer religiösen Hochzeitszeremonie und kehrte mit seiner Frau zurück in die USA, wo sie ihre Ehe 2014 in einer Moschee amtlich vollzogen. Das Paar hatte eine sechs Monate alte Tochter, die sie am Tag der Schießerei bei der Großmutter ließen.

Malik schwor IS die Treue

Malik soll vorher in einem Facebook-Post ihre Loyalität zu IS-Anführer Abu Bakr Al-Baghdadi verkündet haben. Den Post verfasste sie unter einem Account mit falschem Namen.

Die 29-jährige Malik hatte am vergangenen Mittwoch mit ihrem 28-jährigen Ehemann Syed Farook eine Weihnachtsfeier in einer Sozialeinrichtung im kalifornischen San Bernardino gestürmt. Das Paar tötete 14 Menschen und verletzte 21 weitere, bevor es von der Polizei erschossen wurde. Das FBI stufte die Tat als Terrorakt ein.

Quelle: n-tv.de, vko/AFP

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