Politik

Corona-Demos im ganzen Land Attila Hildmann kurzzeitig festgenommen

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Der eine singt, der andere hält das Grundgesetz in den Händen, und Attila Hildmann schreit.

(Foto: REUTERS)

Schlechtes Wetter scheint viele Menschen davon abgehalten zu haben, an diesem Samstag gegen die Corona-Regeln zu demonstrieren - es kommen in den meisten Städten weniger Demonstranten als erwartet. Einer allerdings ist auf jeden Fall wieder dabei: Attila Hildmann.

In vielen deutschen Städten sind am Samstag wieder Kritiker der in der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen auf die Straße gegangen. Die Proteste verliefen größtenteils friedlich. Fast überall jedoch demonstrierten deutlich weniger Menschen als angemeldet, selbst wenn allein in Berlin 40 Demos angekündigt waren. In Stuttgart nahmen mehrere Dutzend Menschen an einem Protestzug teil, später kamen weitere Demonstranten hinzu. Ursprünglich waren 500 Teilnehmer angemeldet gewesen. Am vorherigen Wochenende hatte sich der bundesweit größte Protest in Stuttgart versammelt.

In Berlin tat sich ein Demonstrant besonders hervor - der ehemalige Fernsehkoch Attila Hildmann: Der Gegner der Corona-Maßnahmen und Verschwörungstheoretiker wurde sogar kurzfristig festgenommen. Nach Polizeiangaben hatte sich am Lustgarten in Berlin-Mitte eine dreistellige Zahl von Menschen um Hildmann versammelt. Es sei der Eindruck entstanden, er wolle mit diesen losgehen - es sei aber nicht gestattet, einen Aufzug durchzuführen. Die Beamten hätten ihn darauf hingewiesen und Maßnahmen angekündigt, die dann auch umgesetzt worden seien, so die Sprecherin.

Hildmann sei aber wieder entlassen worden - und Einsatzkräfte hätten ihn dann zu dem Ort geleitet, an dem er eine Kundgebung abhielt, an der nach Schätzung eines dpa-Reporters mehr als 100 Menschen teilnahmen. Es gab zudem einige Gegendemonstranten. Hildmann sagte zu dem Geschehen um seine Festnahme, er sei erkannt worden und es habe sich ein Tross von Menschen um ihn gebildet. Die Beamten hätten die Wege abgeriegelt. Als er nach der Rechtsgrundlage gefragt habe, sei er "gewaltsam festgenommen" worden. Er habe Wunden und blaue Flecken. Die Polizei äußerte sich dazu nicht.

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Ein einsamer "Rebell" vor dem Reichstag ...

(Foto: REUTERS)

In Nordrhein-Westfalen demonstrierten Hunderte Menschen gegen die Corona-Beschränkungen - auch hier versammelten sich dabei nach Polizeiangaben meist deutlich weniger Demonstranten als von den Demo-Anmeldern erwartet. In Essen kamen rund 360 der ursprünglich 1000 angemeldeten Teilnehmer zu einer Demonstration zusammen, in Köln versammelten sich etwa 250 Demonstranten zu einer Menschenkette. Zunächst verliefen die Kundgebungen weitgehend störungsfrei, hieß es von den Einsatzkräften.

Zahlreiche Festnahmen in Berlin

In Berlin war die Polizei mit rund 1100 Kräften im Einsatz, um Demonstrationen zu begleiten - sie hatte sich auf zahlreiche Proteste gegen die Corona-Einschränkungen sowie auf Gegendemonstrationen eingestellt. Bei einer Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen am Großen Stern am Nachmittag waren zunächst nur vereinzelte Teilnehmer. Die Berliner Polizei löste dennoch eine Corona-Demo an der Siegessäule auf, es wurden 60 Menschen festgenommen, berichtet der "Tagesspiegel". Demnach handelte es sich um eine Ansammlung von rechtsextremen Reichsbürgern. Die Polizei sei eingeschritten, weil zu viele Menschen vor Ort waren und gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen worden sei. Außerdem seien Polizisten beleidigt worden.

Eine weitere Demonstration unter dem Motto "Heimat und Weltfrieden" am Mittag war nach Angaben der Polizei vom Veranstalter beendet worden, nachdem sich die Teilnehmer nicht an die Vorgaben gehalten hatten. Erlaubt waren nur 50 Teilnehmer, es seien aber annäherend 100 gewesen, hieß es weiter.

Auch in Hessen gingen in mehreren Städten Menschen aus Protest gegen die Einschränkungen auf die Straße. Bei einer Demonstration in Frankfurt unter dem Motto "Hände weg vom Grundgesetz" zählte die Polizei mehrere Hundert Teilnehmer. Es habe auch einen Protest gegen diese Veranstaltung gegeben, der etwas kleiner gewesen sei. In Erfurt demonstrierten rund 40 Menschen friedlich gegen Einschränkungen von Grundrechten im Zuge der Corona-Pandemie. Eine Gegenkundgebung lockte etwa 50 Teilnehmer an.

Demo in München fällt ins Wasser

In Hannover kamen der Polizei zufolge am Samstag bis zum Nachmittag rund 130 Kritiker zusammen. Etwa 30 Menschen hätten sich spontan zu einer Gegendemonstration versammelt. Rund 170 Menschen gingen einer Polizeisprecherin zufolge am Nachmittag in Bremen unter dem Motto "Unsere im Grundgesetz verbrieften Grundrechte" auf die Straße. Knapp 150 Menschen demonstrierten dagegen. Der Sprecherin zufolge ist alles friedlich abgelaufen.

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Ausgefallen wegen Regen: Demonstration in München.

(Foto: dpa)

Die in Bayern angekündigten Demonstrationen gegen die Corona-Politik fielen buchstäblich ins Wasser. Auf der Münchner Theresienwiese fegte ein Gewittersturm über das Gelände, so dass sich die Veranstalter dazu entschlossen, ihre Protestaktion abzusagen. Bis zu 1000 Menschen waren in der Landeshauptstadt zu der Demo erwartet worden. Auch in Nürnberg seien statt der angekündigten 500 Personen bei regnerischem Wetter nur einzelne "Versprengte" zu sehen gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Am Sonntag darf die AfD trotz eines ursprünglichen Verbots in der baden-württembergischen Landeshauptstadt gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren.

Quelle: ntv.de, soe/dpa