Politik

Polizei räumt heilige Stätte Ausschreitungen auf dem Tempelberg

c1245cadc2a79e36b214c111df1a485a.jpg

Der Tempelberg ist immer wieder Ort von Auseinandersetzungen und Unruhen.

(Foto: dpa)

Am muslimischen Opferfest Eid al-Adha kommt es auf dem Jerusalemer Tempelberg zu Unruhen. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei werden mehrere Menschen verletzt. Schließlich wird die für Juden wie Muslime heilige Stätte geräumt.

Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es nach Angaben der israelischen Polizei zu Ausschreitungen gekommen. Bei Konfrontationen mit Polizeikräften seien am muslimischen Opferfest Eid al-Adha mehrere muslimische Gläubige verletzt worden, berichteten israelische Medien.

Die Polizei teilte mit, nach nationalistischen Rufen und Ausschreitungen muslimischer Besucher habe man mit der Räumung des Tempelbergs begonnen. Nach Medienberichten setzte die Polizei dabei auch Blendgranaten ein.

Aus Sorge vor Spannungen hatte die Polizei bereits zuvor die Schließung des Tempelbergs (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) für Juden und Touristen angeordnet. Das muslimische Fest Eid al-Adha fällt in diesem Jahr mit dem jüdischen Fasten- und Trauertag Tischa BeAv zusammen. An diesem Tag wird der Zerstörung des jüdischen Tempels gedacht.

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Juden ist der Ort ebenfalls heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen, von denen der letzte im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde.

Proteste gegen Schließung

Die Schließung der Anlage für Juden sorgte für scharfe Kritik ultra-rechter israelischer Politiker. Transportminister Bezalel Smotrich forderte, der Tempelberg müsse "nach Fortschaffung der Terroristen für Juden geöffnet werden". Er warf dem rechtskonservativen Regierungschef Benjamin Netanjahu (Likud) vor, dem Terror nachzugeben.

Um den Tempelberg gibt es immer wieder Streit. Im Sommer 2017 war es zu blutigen Unruhen gekommen, nachdem Israel nach einem tödlichen Anschlag am Tempelberg Metalldetektoren aufgestellt hatte. Israel ließ die Detektoren wieder abbauen, nachdem bei Unruhen vier Palästinenser getötet und mehrere Hundert verletzt worden waren.

Zwischenfall am Gazastreifen

Zu einem erneuten Zwischenfall kam es derweil auch an der Grenze zum Gazastreifen, wo israelische Soldaten einen bewaffneten Palästinenser erschossen. Es war bereits der zweite tödliche Zwischenfall an diesem Wochenende. Der Mann habe sich im nördlichen Teil des Küstenstreifens dem Sicherheitszaun genähert und auf israelische Truppen geschossen, teilte die Armee mit. Die Soldaten hätte das Feuer erwidert. Außerdem habe ein israelischer Panzer auf einen Militärposten der im Gazastreifen herrschenden Hamas geschossen. Auf israelischer Seite habe es keine Verletzten gegeben.

Bereits am Samstag waren bei einem ähnlichen Zwischenfall an der Gaza-Grenze vier bewaffnete Palästinenser getötet worden. Israel machte die radikal-islamische Hamas für den Vorfall verantwortlich. Israel hatte vor zwölf Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.