Politik

Ausspähen unter Freunden geht BND lauschte angeblich im Weißen Haus mit

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Der BND hörte angeblich das Weiße Haus in Washington ab.

(Foto: picture alliance / dpa)

Empört reagiert Bundeskanzlerin Merkel als bekannt wird, dass US-Geheimdienste auch ihr Handy angezapft haben. Umgekehrt wird das Spiel anscheinend aber auch betrieben. Der BND soll in Washington ganz gewaltig die Ohren gespitzt haben.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat einem Bericht zufolge jahrelang Ziele in den USA ausgespäht und auch vor dem Weißen Haus nicht Halt gemacht. Der "Spiegel" hat nach eigenem Bekunden Dokumente einsehen können, denen zufolge zwischen 1998 und 2006 knapp 4000 Suchbegriffe auf amerikanische Ziele gerichtet gewesen seien. Der BND habe sich auf Anfrage nicht äußern wollen.

Aus den Dokumenten geht dem Bericht zufolge hervor, dass der BND Anschlüsse im US-Finanzministerium, im US-Außenamt und auch im Weißen Hauses angezapft habe. Ferner griff er auf Telefon- oder Faxnummern sowie E-Mail-Adressen amerikanischer Firmen wie Lockheed Martin zu.

Auch die Weltraumorganisation Nasa, die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sowie Hochschulen weckten das Interesse des Auslandsgeheimdienstes. Auf Interesse des BND stießen schließlich das US-Militär sowie der Militärgeheimdienst. In Washington habe der BND zudem Informationen von Botschaften und Institutionen abgegriffen.

BND-Präsident Bruno Kahl sagte dem Magazin lediglich, dass die Frage, "wen der BND aufklären darf und wen nicht, künftig nicht nur einer verschärften Genehmigungspraxis, sondern auch einer nach wie vor sehr ambitionierten Kontrolle" unterliege. Im Abschlussbericht des NSA-Untersuchungsausschusses des Bundestages soll die Praxis so gut wie keine Rolle spielen.

Quelle: n-tv.de, jwu

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