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Maue Erntebilanz 2026Bauernpräsident Rukwied fordert 180 Millionen Euro für Düngemittelhilfe

18.08.2026, 10:31 Uhr
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Hitze und Trockenheit in vielen Teilen Deutschlands führen dazu, dass weniger geerntet werden kann. Weil die Erntebilanz in diesem Jahr sehr durchwachsen ausfällt, fordert der Präsident des Deutschen Bauernverbands die Bundesregierung zum Handeln auf.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht seine Branche in einer schweren Krise. Ein Sofortprogramm müsse her. Das sollte "zum einen das Aufstocken der Düngemittelhilfe" beinhalten. "Da hat die EU für Deutschland 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das kann auf bis zu 180 Millionen aufgestockt werden, das erwarten wir", sagt er im Frühstart von ntv. Auch die Auszahlung solle schon im September über die Berufsgenossenschaft vorgezogen werden.

Darüber hinaus sollten Landwirte auch bei den Treibstoffpreisen entlastet werden, forderte der Bauernpräsident. "Eine sofortige Reduktion bei der Besteuerung von Diesel, und zwar bis mindestens Ende November. Und drittens ist es wichtig, dass die Direktzahlungen, die EU-Mittel, bereits im Oktober ausgezahlt werden", so Rukwied. Normalerweise kommen diese Zahlungen erst Ende Dezember bei den Landwirten an. Allerdings seien viele gar nicht mehr in der Lage, ihre Ernte fürs nächste Jahr vorzufinanzieren. "Wir fangen ja jetzt schon an mit der Bodenbearbeitung und der Herbstaussaat."

Für viele Felder kommt der Regen zu spät

In vielen Teilen Deutschlands regnet es aktuell, die Temperaturen sinken, doch die Ernte dadurch noch zu retten, sei schwierig. "Die Rübe oder auch späte Gemüsekulturen wie Kohl profitieren vom Regen. Dort, wo die Trockenschäden herrschen, und die sind insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern stark ausgeprägt, beispielsweise beim Mais, da wird der Regen nichts mehr helfen."

Über Kritik des schleswig-holsteinischen Umweltministers Tobias Goldschmidt hat Rukwied sich offenbar sehr geärgert. Die Landwirtschaft leide unter dem Klimawandel, den sie selbst mit fossilem Treibstoff befeuere, hatte der Grünen-Politiker gesagt. Die Diesel-Emissionen von heute seien die Trockenheit und damit die Ernteausfälle von morgen. Das sei "Verdrängung mit Folgeschäden". Diese Kritik wies Rukwied entschieden zurück. "Diese Aussage entbehrt jeglicher Sachlichkeit", sagte Rukwied bei ntv.

Der Bauernpräsident, selbst Landwirt, sieht für seine Branche aktuell kaum andere Möglichkeiten. "Wir haben schlichtweg für unsere großen Maschinen, ob das Häcksler, Mähdrescher, große Traktoren sind, bis dato noch keine alternative Technik verfügbar. Die Technik, die wir brauchen, die großen Traktoren, insbesondere die Erntemaschinen, da gibt es im Moment nur den Dieseltreibstoff." Landwirte in Deutschland würden Lebensmittel erzeugen und garantierten Versorgungssicherheit, "das geht im Moment nicht ohne den Treibstoff Diesel".

Rukwied sagte, die Landwirte hätten den Klimaschutz schon vor fünfzehn Jahren "positiv ins Visier genommen". "Wir sind die Berufsgruppe, die die Klimaziele, auch was Reduktion anbelangt, erreicht, eher übertroffen hat". Die Landwirtschaft arbeite hierzulande seit fünfzehn bis zwanzig Jahren verstärkt wasserschonend.

Quelle: ntv.de, dbl

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