Politik

Lokale Ausbrüche absehbar Bayern senkt die Corona-Obergrenze

In Bayern durften Biergärten bereits wieder ihre Außenbereiche öffnen.

In Bayern durften Biergärten bereits wieder ihre Außenbereiche öffnen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach Berlin verschärft nun auch Bayern seinen Grenzwert von Corona-Neuinfektionen. Das Virus sei noch nicht besiegt, heißt es aus der Staatskanzlei. Dennoch sollen viele Touristenattraktionen wieder öffnen - spätestens nach Pfingsten.

Bayern verschärft seinen Grenzwert im Frühwarnsystem für die Corona-Neuinfektionen. Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie CSU-Staatskanzleichef Florian Herrmann in München mitteilte. Das Frühwarnsystem sei ein "probates Mittel", um lokale Ausbruchsgeschehen schnell zu erkennen.

Bund und Länder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hält dies für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet. Herrmann sagte in München: "Das Virus ist nicht besiegt, also wird es diese lokalen Ausbrüche immer wieder geben." Die frühzeitige Erkennung von Hotspots sei in der aktuellen Phase der Pandemie sehr wichtig.

Je nach Ausbruchsgeschehen werde dann in unterschiedlichen Stufen ein Plan entwickelt, wie die Ansteckungen wieder minimiert werden könnten. Dazu gehöre das Aufspüren von Kontaktpersonen, gegebenenfalls die Quarantäne von bestimmten Einrichtungen oder die Verlegung von Menschen aus geschlossenen Einrichtungen bis hin zur Schließung von Geschäften oder im schlimmsten Fall auch allgemeinen Kontakt- oder Ausgangsbeschränkungen.

Weitere Lockerungen um Pfingsten

*Datenschutz

Außerdem beschloss das Landeskabinett das weltbekannte Schloss Neuschwanstein erst nach Pfingsten wieder für Touristen zu öffnen. Während das Kabinett einer ganzen Reihe von Touristenattraktionen wie der Schifffahrt auf dem Starnberger See oder den Seilbahnen bereits für Pfingstsamstag grünes Licht für eine Wiedereröffnung gab, gestattete es für besonders besucherstarke Objekte wie die Schlösser Neuschwanstein und Linderhof sowie die Residenzen in München und Würzburg dies erst für den Dienstag nach Pfingsten.

Das Kabinett genehmigte außerdem allen Beherbergungsbetrieben wie Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen oder Campingplätzen die Öffnung ab dem Pfingstwochenende. Ausgenommen sind allerdings Gruppenübernachtungen. Biergärten, Restaurants und Wirtshäuser durften bereits wieder ihre Außenbereiche öffnen.

Quelle: ntv.de, agr/dpa/AFP