Politik

Folge der Pandemie Bei Briefwahl zeichnet sich Rekord ab

Wahlhelfer und Wahlhelferinnen öffnen im Klassenzimmer einer Schule die Umschläge der Briefwahl. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Bei der letzten Bundestagswahl betrug der Anteil der Briefwähler 28,6 Prozent.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Die Post stellt sich bei der Bundestagswahl auf eine hohe Beteiligung per Brief ein. Der Grund: die Corona-Pandemie. Sie dürfte den Trend der vergangenen Jahre noch einmal beschleunigen. Das hat nicht zuletzt Auswirkungen auf den Wahlkampf, wie ein Politikwissenschaftler erklärt.

Bei der Bundestagswahl im September zeichnet sich wegen der Corona-Pandemie ein Rekord der Briefwahlstimmen ab. "Während der Pandemie haben noch mehr Wählerinnen und Wähler die Vorteile der Briefwahl bei den Wahlen der vergangenen Monate schätzen gelernt", sagte der Konzernvorstand der Deutschen Post AG für den Bereich Post und Pakete Deutschland, Tobias Meyer, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Da diese Form der Wahlbeteiligung gut funktioniert und die Briefwahl sicher ist, erwarten wir gegenüber der vorangegangenen Bundestagswahl eine noch höhere Beteiligung", fügte Meyer hinzu. Die Deutsche Post sei auf das höhere Aufkommen gut vorbereitet, versicherte der Postvorstand.

"Wenn wir im September eine massive vierte Welle bekommen, wird auch der Briefwähleranteil deutlich steigen", sagte auch Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen den Funke-Zeitungen. "Unabhängig von der Pandemie zeichnet sich seit Jahren ein Trend hin zur Briefwahl ab. Es ist einfach bequemer." Bei der letzten Bundestagswahl betrug der Anteil der Briefwähler 28,6 Prozent.

Politologe erwartet Anteil von über 30 Prozent

Ab Montag werden bundesweit die Wahlbenachrichtigungen versandt. Laut Jung wird das Wahlverhalten immer variabler, viele Menschen entschieden sich erst kurz vor dem eigentlichen Wahltag. "Das gilt auch weiterhin für die Urnenwahl. Aber tatsächlich fällt die Entscheidung bei einem immer größer werdenden Teil der Wähler schon drei, vier Wochen vorher via Briefwahl", hob Jung hervor.

Der Kasseler Politologe Wolfgang Schroeder geht für die Bundestagswahl davon aus, "dass wir auf jeden Fall einen Briefwähleranteil von über 30 Prozent haben werden". Traditionell sei zum Ende eines Wahlkampfs vom Endspurt die Rede, "eigentlich beginnt der Endspurt in diesen Tagen", sagte der Wissenschaftler den Funke-Medien. Dass man die Briefwahlunterlagen eigens anfordern muss, sei allerdings sicherlich eine Erschwernis.

Quelle: ntv.de, mbe/AFP

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