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Sicherheitsrat zu Raketentests Berlin beantragt Nordkorea-Debatte

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Die Sitzung im UN-Sicherheitsrat soll am Freitag stattfinden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen den politischen Druck auf Nordkorea aufrechterhalten. Nach dem Abschuss einer ballistischen Rakete fordern sie eine Sitzung im UN-Sicherheitsrat zu dem autoritär geführten Land.

Nach dem erneuten Raketentest Nordkoreas haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. Die Sitzung soll am Freitag stattfinden, hieß es aus diplomatischen Quellen am Sitz der UNO in New York. Die drei europäischen Staaten pochen darauf, den politischen Druck auf Nordkorea aufrecht zu erhalten, um das autoritär geführte Land daran zu hindern, sein Waffenprogramm auszubauen.

Nordkorea hatte zuvor nach eigenen Angaben eine ballistische Rakete von einem U-Boot aus abgefeuert, das US-Verteidigungsministerium bestreitet dies jedoch. Vieles deute darauf hin, dass Nordkorea eine "ballistische Rakete mit kurzer bis mittlerer Reichweite" von einer "Plattform" im Meer abgeschossen habe, nicht von einem U-Boot, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Mit dem jüngsten Raketentest wollte Nordkorea offenbar Stärke demonstrieren vor den neuen Atomgesprächen, die mit den USA am Samstag auf Expertenebene beginnen sollen. Weltweit haben nur wenige Staaten die Fähigkeit, mit Atomwaffen bestückte Raketen von U-Booten abzufeuern. Raketen, die von einem U-Boot aus abgefeuert werden, sind schwerer vom Gegner zu entdecken und zu zerstören als solche, die von mobilen Abschussrampen oder festen Silos am Land gestartet werden. Nordkorea erklärte, der Test einer neuartigen ballistischen U-Boot-Rakete (SLBM) vom Typ Pukguksong-3, die am Mittwoch vor der Ostküste gestartet sei, sei erfolgreich verlaufen. Das Land habe damit seine militärische Schlagkraft erhöht, berichteten Staatsmedien weiter.

Wegen seines Raketen- und Atomprogramms wird Pjöngjang seit Jahren von der internationalen Gemeinschaft mit Sanktionen belegt; der Konflikt gilt als einer der gefährlichsten weltweit. US-Präsident Donald Trump brach mit den diplomatischen Gepflogenheiten und traf sich als erster US-Präsident mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu direkten Gesprächen. Die Verhandlungen über eine Denuklearisierung Nordkoreas treten allerdings auf der Stelle. Trump sagte, die Gespräche würden trotz des jüngsten Raketentests fortgesetzt. Am Wochenende stehen in Stockholm weitere Verhandlungen auf Arbeitsebene an.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

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