Politik

Nach RKI-Empfehlung Berlin gewährt Geimpften mehr Freiheiten

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Derzeit ist das Betreten von Geschäften in Berlin nur mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test möglich.

(Foto: imago images/Stefan Zeitz)

Ohne negativen Corona-Test einkaufen oder zum Friseur: Wer in Berlin gegen das Coronavirus geimpft worden ist, soll künftig 15 Tage nach der zweiten Impfdosis wieder etwas mehr Freiheiten bekommen. Zugleich verlängert der Berliner Senat den Lockdown.

Menschen, die gegen Corona geimpft sind, bekommen in Berlin etwas mehr Freiheiten. Sie werden künftig wie solche mit einem negativen Test behandelt, wie eine Senatssprecherin nach der Sitzung sagte. Betroffene dürfen demzufolge ohne vorherigen Corona-Test auch abseits des Lebensmittelhandels einkaufen gehen, einen Friseur oder Kosmetiksalon, ein Museum oder eine Ausstellung besuchen.

Derzeit ist das Betreten von Geschäften in Berlin nur mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test möglich, ausgenommen sind Supermärkte, Apotheken und Drogerien. Auch für körpernahe Dienstleistungen und den Besuch kultureller Einrichtungen sind ein negativer Test und eine Terminvereinbarung nötig.

Greifen soll die neue Regelung 15 Tage nach der Zweitimpfung. Sie gelte für alle in der EU zugelassenen Vakzine. Voraussichtlich tritt das Ganze am Sonntag in Kraft. Zuletzt hatte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop von den Grünen öffentlich für deutlich mehr Freiheiten für geimpfte Menschen plädiert. "Es geht nicht um Privilegien, sondern um die Freiheitsrechte jedes Einzelnen", sagte sie jüngst in einem Interview mit dem "Tagesspiegel".

Im Senat setzten sich dem Vernehmen nach der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci von der SPD dafür ein. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte Anfang April in einem Bericht an das Bundesgesundheitsministerium erklärt, "dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung wahrscheinlich keine wesentliche Rolle mehr spielen". Die Einschätzung bezieht sich auf das Übertragungsrisiko "spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis".

Rechtsexperten sind sich schon länger darin einig, dass an einer schrittweisen Lockerung der Grundrechtsbeschränkungen für Geimpfte kein Weg vorbeiführt. Bereits am Montag hatte Baden-Württemberg ebenfalls Lockerungen für geimpfte Menschen angekündigt. Geimpfte, symptomlose Menschen sollen sich bei Kontakt zu einem Covid-19-Fall künftig nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Gleiches soll für Einreisende aus sämtlichen Risikogebieten im Ausland gelten.

Unabhängig davon verlängerte der Berliner Senat den Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Dienstag abermals. Bisher war die aktuelle, am 2. April in Kraft getretene Verordnung zur Pandemiebekämpfung bis einschließlich Sonntag (18.4.) befristet. Nunmehr soll sie bis zu drei Wochen länger greifen.

Quelle: ntv.de, hek/dpa/AFP

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