Politik

Monate nach Racketes Revolte Beschlagnahmte "Sea-Watch 3" ist wieder frei

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Die Sea-Watch 3 wird künftig nicht mehr unter niederländischer Flagge fahren, weil die Behörden ihre Vorschriften für das Schiff zuletzt verschärft hatten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Sommer 2019 wird Carola Rackete zur Symbolfigur für den Kampf gegen das Sterben im Mittelmeer, als sie ohne Erlaubnis in Lampedusa anlegt und die italienische Polizei sie festnimmt. Während die Kapitänin nach zwei Tagen wieder freikommt, bleibt ihr Schiff noch lange in Gewahrsam. Bis jetzt.

Das Rettungsschiff "Sea-Watch 3", mit dem die deutsche Kapitänin Carola Rackete im Sommer unerlaubt in einen italienischen Hafen gefahren war, ist wieder frei. Die Beschlagnahmung sei nach einer Entscheidung des Zivilgerichts in Palermo aufgehoben worden, teilte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch mit.

Nach "fast 6 Monaten unrechtmäßiger Blockade" im sizilianischen Hafen von Licata "bereiten wir uns nun darauf vor, unsere Rettungsoperation so schnell wie möglich wieder aufzunehmen", hieß es von Sea-Watch. Rackete war Ende Juni trotz eines Verbots des damaligen italienischen Innenministers Matteo Salvini mit Dutzenden geretteten Migranten in den Hafen von Lampedusa eingefahren. Zuvor war das Schiff tagelang auf dem Meer blockiert. Rackete wurde vorübergehend festgenommen, das Schiff festgesetzt.

Ruben Neugebauer, Sprecher der deutschen Hilfsorganisation sagte dem "Spiegel" zu dem Gerichtsurteil: "Die italienische Justiz hat heute deutlich gemacht, dass es Salvinis rassistische Gesetze sind, die geltendes Recht aushebeln und nicht unsere Rettungsaktionen". Den nächsten Einsatz werde aber nicht Rackete fahren, da sie derzeit in der Antarktis unterwegs sei, sagte Neugebauer. "Aber wir fahren natürlich trotzdem schnellstmöglich raus." Über tausend Menschen seien dieses Jahr bereits im Mittelmeer ertrunken, Rettungskräfte würden dringend gebraucht.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa