Politik

Rede zum Unabhängigkeitstag Biden ruft US-Amerikaner zum Impfen auf

Die USA legen seit Ende des vergangenen Jahres ein hohes Tempo bei den Impfungen gegen Covid-19 hin. Doch die Kampagne ist ins Stocken geraten. US-Präsident Biden richtet nun einen eindringlichen Appell an seine Landsleute.

US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner am Nationalfeiertag mit Nachdruck zur Impfung aufgefordert, um gemeinsam die "Unabhängigkeit" vom Coronavirus zu erreichen. Sich impfen zu lassen sei das "Patriotischste", was die Bürger jetzt tun könnten, sagte Biden am Sonntagabend (Ortszeit), dem Unabhängigkeitstag, im Garten des Weißen Hauses. "Also bitte: Falls Sie noch nicht geimpft sind, tun Sie es. Tun Sie es jetzt - für sich selbst, für Ihre Lieben, für Ihre Gemeinde, für Ihr Land."

Dank der Impfkampagne seien die USA "näher dran als je zuvor, ihre Unabhängigkeit von dem tödlichen Virus zu erklären", betonte Biden. Das Virus sei aber noch nicht besiegt, zudem gebe es neue gefährliche Varianten. "Aber die beste Verteidigung gegen diese Varianten ist, sich impfen zu lassen", sagte Biden. Dank der Impfungen kontrolliere das Virus das Leben der Menschen nicht mehr, "es lähmt unser Land nicht mehr, und es liegt in unserer Macht, dafür zu sorgen, dass es nie wieder so kommt".

Biden beging den Feiertag mit einem großen Grillfest im Garten des Weißes Hauses für rund 1000 geladene Gäste. Darunter waren viele Soldaten, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und deren Familien. Der Unabhängigkeitstag hatte in diesem Jahr auch besondere Bedeutung, weil Biden bis dahin ein neues Impfziel erreicht haben wollte. Das Ziel wurde jedoch trotz zahlreicher Impfanreize und eines großen Vorrats an Impfstoffen verfehlt. Einer der Gründe für das stockende Impftempo in den USA sind die zahlreichen Impfskeptiker. Außerdem dürften manche auf eine Impfung verzichten wollen, weil sie den Eindruck haben, die Pandemie sei bereits vorbei. Kritiker bemängelten, dass auch die Feier im Weißen Haus wegen der zahlreichen Gäste diesen Eindruck erwecken könnte.

Viele Bundesstaaten bieten bereits Anreize wie die Verlosung hoher Geldpreise an, um zögerliche Menschen dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen. Umfragen legen jedoch nahe, dass die Impfkampagne nun immer zäher voranschreiten dürfte, weil rund 20 Prozent der Landesbewohner die Impfungen ablehnen. Vor allem unter Republikanern ist eine ablehnende Haltung verbreitet. Vor allem in eher ländlichen Bundesstaaten, in denen die Impfquote teils deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt liegt, war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen. Im Schnitt gibt es landesweit nun täglich gut 13.000 Neuinfektionen.

Nach Sonnenuntergang wurde über Washingtons historischer Flaniermeile unweit des Weißen Hauses, der National Mall, das traditionell am 4. Juli übliche Feuerwerk gezündet. Dort hatten sich Tausende Menschen versammelt, um das Feuerwerk aus nächster Nähe zu verfolgen. Fernsehbilder zeigten am Abend auch in anderen Städten wie Nashville und New York große Menschenmengen bei ausgelassenen Feiern und Open-Air-Konzerten.

Bis Sonntag sollten 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten haben. Bisher bekamen jedoch nur 67 Prozent, oder 173 Millionen Menschen, mindestens die erste Impfung, wie Daten der Gesundheitsbehörde CDC zeigten. Im Frühjahr hatte die Biden-Administration ihre Impfziele noch mehrfach übertroffen. Die USA sind neben Großbritannien und Israel Vorreiter bei der Vakzinierung. Vor kurzem überholte Deutschland die Vereinigten Staaten beim Anteil der Erstgeimpften.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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