Politik

Anti-asiatischer Rassismus Biden sieht auch Trumps Hetze als Grund

12737047610d84aac64474844b3504bd.jpg

Biden und Harris waren nach Atlanta gereist, um mit Angehörigen der Opfer zu sprechen.

(Foto: AP)

Ein junger Mann richtet in mehreren Massagesalons in Atlanta ein Blutbad an, die meisten Opfer sind asiatische Frauen. Wenige Tage nach der Tat reisen Joe Biden und Kamala Harris in die Stadt. Dabei prangert der US-Präsident auch die anti-chinesische Stimmungssmache seines Amtsvorgängers an.

Nach den tödlichen Angriffen auf drei Massagestudios im Bundesstaat Georgia hat US-Präsident Joe Biden bei einem Besuch in Atlanta die zunehmende Gewalt gegen asiatischstämmige US-Bürger verurteilt und zu mehr Engagement gegen Rassismus aufgerufen. Hass und Gewalt sei in den Vereinigten Staaten "oft mit Schweigen begegnet" worden, sagte er nach einem Treffen mit Vertretern der asiatischstämmigen Gemeinschaft. "Aber das muss sich ändern, denn unser Schweigen bedeutet Mitschuld."

Rassismus sei ein "Gift", das die Vereinigten Staaten schon zu lange verfolge." Wir müssen unsere Stimme erheben, wir müssen handeln", erklärte er. Die Menschen in den USA müssten "das Wiederaufleben von Fremdenfeindlichkeit bekämpfen". Indirekt übte Biden auch Kritik an seinem Vorgänger Donald Trump wegen dessen umstrittenen Äußerungen zum Coronavirus. Der Republikaner hatte das Virus wiederholt als "China-Virus" bezeichnet. "Worte haben Konsequenzen", sagte Biden. "Es ist das Coronavirus, Punkt."

Biden war gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Kamala Harris nach Atlanta gereist, um dort Vertreter der asiatischstämmigen Gemeinschaft zu treffen. Es sei "herzzerreißend" gewesen, die Berichte der trauernden Menschen zu hören, erklärte der Präsident im Anschluss.

Täter weist rassistisches Motiv zurück

Bei den Angriffen am Dienstag waren acht Menschen getötet worden, unter ihnen sechs Frauen asiatischer Herkunft. Der 21-jährige Tatverdächtige Robert Aaron Long weist ein rassistisches Motiv zurück. Der Polizei sagte er, er habe im Kampf gegen seine Sexsucht eine Versuchung "beseitigen" wollen, die ihn in Konflikt mit seinen strengen religiösen Überzeugungen gebracht habe. Die Behörden haben Longs Motiv noch nicht bestätigt. Allgemein gilt die Tat jedoch als Symbol für die Verflechtung von Sexismus und Rassismus in den USA.

Biden kritisierte bei seinem Besuch in Atlanta, die Zahl der Angriffe auf asiatschstämmige Menschen in den USA sei "in die Höhe geschossen". Ein Bericht der Organisation Stop AAPI Hate bestätigt dies. Dem am Tag des Angriffs veröffentlichten Bericht zufolge haben Hassverbrechen gegen asiatischstämmige Menschen in den USA zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge fast 3800 Übergriffe registriert, Frauen waren davon überdurchschnittlich oft betroffen.

Auf Anordnung Bidens sollen die Flaggen am Weißen Haus und anderen öffentlichen Gebäuden bis Montag auf halbmast bleiben. Das Repräsentantenhaus legte am Donnerstag eine Schweigeminute ein. In mehreren größeren Städten wurden Mahnwachen abgehalten, während die Polizei in New York, Seattle, Chicago, San Francisco und anderen Orten ihre Patrouillen in Vierteln mit großem Anteil von asiatisch-amerikanischen Einwohnern verstärkte.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen