Politik

Theorie eines FDP-Politikers Bilden die NSU-Tatorte das NSU-Logo?

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Darstellung von Joachim Stamp, FDP.

Auf einer Karte lassen sich die Tatorte des NSU so verbinden, dass daraus das Logo der Terrorzelle entsteht. Ein Fachmann der FDP hält es nicht für ausgeschlossen, dass die Rechtsextremisten genau das beabsichtigten.

Die Sache klingt absurd, aber in Sachen NSU haben sich schon viele Absurditäten als wahr herausgestellt. Ein FDP-Politiker aus Nordrhein-Westfalen verfolgt die Theorie, die rechtsextremen Terroristen hätten ihre Morde nach geographischen Kriterien geplant. Joachim Stamp meint, wenn man die Morde auf einer Deutschlandkarte markiert, könne man die Punkte so verbinden, dass daraus das NSU-Logo entsteht.

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Die Tatorte des NSU (ohne den Mord an Michèle Kiesewetter und ohne das Nagelbombenattentat von Köln).

Dieses Logo taucht in einem Bekennervideo des NSU auf. Es besteht aus einer durchgezogenen Linie, die die Buchstaben N, S und U bildet. Stamp vertritt seine Partei im NSU-Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag. Eine Mitarbeiterin seines Büros druckte sich eine Karte aus, auf der die Morde eingezeichnet sind und fand dann durch Zufall, dass die Punkte zum Logo passen könnten. Das Büro fertigte eine Karte an, die auch das Nagelbombenattentat in Köln und den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter einbezieht. Um das NSU-Logo zu bilden braucht es allerdings mindestens einen weiteren Punkt, der etwa bei Magdeburg liegen müsste.

Haben Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in ihrem Wahn tatsächlich versucht, ihre Gruppe auf diese Weise zu verewigen? Es gibt einige Makel an der Theorie: Erstens ist der linke Teil des "N" zu kurz geraten. Zweitens fehlt der Punkt in der Nähe von Magdeburg. Drittens ist der Mord an Kiesewetter mit aufgenommen, die viele Ermittler für ein Zufallsopfer halten. Viertens sind die Punkte nicht in chronologischer Reihenfolge miteinander verbunden. Und fünftens lassen sich aus neun Punkten, von denen einer frei wählbar ist, sehr viele Formen zeichnen.

Der Terrorismus-Experte der ARD veröffentlichte die Karte als erster und meint, die Sache sei "beachtlich" und verdiene eine "nähere Betrachtung". Stamp sagte n-tv.de: "Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Aber das Muster ist verblüffend." Abwegig findet er die Theorie nicht: In der rechten Szene werde viel und völlig überzogen mit Symbolen gearbeitet. Und in einem Video des NSU sei das Logo neben einer Deutschlandkarte und dem Wort "Deutschlandtour" zu sehen.

Er will keine Aufregung erzeugen, sagt Stamp, sondern eine "nüchterne Betrachtung" anregen. Dazu schickte er seine Karte auch an den Generalbundesanwalt und das Oberlandesgericht München, vor dem derzeit der Prozess gegen Beate Zschäpe läuft.

Quelle: ntv.de