Politik

Basketballerin für Waffenhändler Bin Salman will Griner-Bout-Tausch vermittelt haben

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Wie Mohammed bin Salman pflegt auch Mohammed bin Sajid Al Nahjan gute internationale Kontakte. Auf dem Bild präsentiert der heutige emiratische Präsident dem russischen Präsidenten Putin Jagdfalken.

(Foto: picture alliance/dpa/Kremlin)

Der Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA hat zahlreiche interessante Aspekte. Wie die Diskrepanz der Verbrechen von Basketballerin Griner und Waffenhändler Bout. Oder die Einbettung in den Ukraine-Konflikt. Bemerkenswert ist auch, wer laut Golfstaaten die Verhandlungen geführt hat.

Den aufsehenerregenden Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA haben eigenen Angaben zufolge Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ermöglicht. Der Deal sei unter Leitung des emiratischen Präsidenten Mohammed bin Sajid Al Nahjan sowie des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman vermittelt worden, teilten die Außenministerien beider Länder mit.

Vertreter der US-Regierung hatten sich am Donnerstag mehrfach bei den Vereinigten Arabischen Emiraten für ihre Hilfe bei dem Austausch bedankt, blieben aber gegenüber Riad zurückhaltend. Man danke einer Reihe von Ländern, darunter auch Saudi-Arabien, dass diese den Fall Griners gegenüber dem Kreml angesprochen hatten, sagte Präsidenten-Sprecherin Karine Jean-Pierre. Verhandelt hätten aber aber lediglich die USA und Russland.

Bin Salman ist international sehr umstritten: US-Präsident Joe Biden war wegen seines Besuchs in dem ultrakonservativen Königreich Saudi-Arabien im Sommer in die Kritik geraten. Mohammed bin Salman gilt als Drahtzieher hinter dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi 2018, der in den USA lebte.

Im Zuge der Vermittlungen wurden die in Russland zu neun Jahren Haft verurteilte US-Basketballerin Brittney Griner und der in den USA inhaftierte russische Waffenhändler Viktor Bout nun freigelassen und sollen auf dem Weg in ihre Heimatländer sein.

Athletin Griner war im Februar am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden. Nach Feststellung der russischen Justiz hatte sie bei einer Gepäckkontrolle sogenannte Vape-Kartuschen und Haschisch-Öl bei sich. Es soll sich um 0,5 Gramm gehandelt haben. Dies wurde als illegaler Drogenbesitz und versuchter Schmuggel gewertet. Bout hat etwas mehr auf dem Kerbholz: Der russische Staatsbürger war in den USA 2012 zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll verbrecherische Regime und Rebellen in zahlreichen Ländern illegal mit Waffen ausgerüstet haben.

Saudis nicht immer auf einer Linie mit den USA

Der Gefangenenaustausch sei Dank der engen Freundschaft beider Golfstaaten zu sowohl Russland als auch den USA erfolgreich gewesen, hieß es nun in der Erklärung weiter. Die USA dürfte das Verhältnis zum eigentlich langjährigen Partner Saudi-Arabien derzeit allerdings als weniger eng betrachten.

Neben der Tötung Khashoggis ist Washington auch über die Drosselung der Ölförderung verärgert, die die von Saudi-Arabien angeführten OPEC-Länder bestimmt haben. Biden hatte zuvor - auch im Interesse der Weltwirtschaft - für eine Ausweitung der Ölförderung geworben. Die US-Regierung kritisierte die Entscheidung scharf und wertete sie als Unterstützung für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine.

Saudi-Arabien sendet seitdem Zeichen der Entspannung im Streit mit den USA. Riad ist auf die amerikanischen Sicherheitsgarantien in der Region angewiesen, in der Saudi-Arabien mit Erzfeind Iran um die Vormacht ringt. Zugleich sucht das Königreich aber auch öffentlichkeitswirksam nach neuen Partnern, wie etwa China, dessen Staatschef Xi Jinping derzeit das Land besucht.

In einem von den USA heftig kritisierten Verfahren hatte ein russisches Gericht Griner im August wegen Drogenbesitzes zu neun Jahren Lagerhaft verurteilt.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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