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Milliardär erklärt Kandidatur Bloomberg will US-Präsident werden

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Michael Bloomberg verfügt über ein Vermögen von 50 Milliarden Dollar ist 77 Jahre alt und will unbedingt Donald Trump schlagen.

(Foto: REUTERS)

Jetzt ist es offiziell: Der Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister, Michael Bloomberg, steigt ins Rennen um die US-Präsidentschaft ein. In einem Statement macht er deutlich, was für ihn die größte Priorität hat.

Der Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister, Michael Bloomberg, will US-Präsident Donald Trump bei der Wahl 2020 herausfordern. Der Demokrat kündigte am Sonntag an, offiziell ins Präsidentschaftsrennen seiner Partei einzusteigen. "Donald Trump zu bezwingen - und Amerika wieder aufzubauen - ist der dringendste und wichtigste Kampf unseres Lebens. Dafür werde ich alles geben", sagte der 77-Jährige laut einem Statement auf seiner Homepage. "Wir können uns vier weitere Jahre von Präsident Trumps rücksichtslosen und unethischen Handeln nicht leisten." Er versprach auch, "Steuern auf vermögende Personen wie mich" zu erhöhen. Die USA wolle er wieder zu "einer Kraft für Frieden und Stabilität" in der Welt machen.

Bloomberg gilt als moderater Demokrat. Er macht damit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten vor allem dem früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden Konkurrenz, der in Umfragen bislang vorne liegt. Zuletzt schwächelte Biden allerdings. Die interne Konkurrenz schloss in Umfragen zu ihm auf, beim Spendensammeln überholte sie ihn zum Teil. Die offizielle Erklärung der Kandidatur schien zuletzt nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Bloomberg hatte bereits mehr als 30 Millionen Dollar für das Schalten von Fernsehspots überall im Land ausgegeben. Der Milliardär habe in rund 20 Bundesstaaten Werbezeiten im Fernsehen gekauft, teilte der Branchendienst Advertising Analytics am Freitag mit.

So viel Geld hat bislang noch kein US-Präsidentschaftskandidat für TV-Werbung ausgegeben. Der letzte Rekord liegt bei knapp 25 Millionen Dollar, die der damalige US-Präsident Barack Obama 2012 für seine Wiederwahl investiert hatte. Bloomberg beweist mit seiner Kampagne seine Schlagkraft, die den Demokraten im Kampf gegen eine Wiederwahl des republikanischen US-Präsidenten Donald Trump helfen könnte. Bloombergs persönliches Vermögen beläuft sich auf mehr als 50 Milliarden Dollar.

Trump will bei der Wahl für die Republikaner erneut antreten und verfügt über deutlich mehr Finanzmittel als seine bisherigen demokratischen Herausforderer. Nach Angaben der Wahlkommission hatte Trump Ende September 83,2 Millionen Dollar in seiner Wahlkampfkasse - mehr als die drei am besten finanzierten Anwärter auf die Kandidatur der Demokraten zusammengenommen. Zuletzt hat Trump die Vorbereitungen der Demokraten für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen ihn dafür genutzt, seine Unterstützer zu mobilisieren und zu Spenden aufzurufen.

Er soll mehr als 50 Milliarden Dollar haben

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders verurteilte Bloombergs mutmaßliche Versuche, auch mithilfe seines Geldes in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten einzugreifen. Er sei "angewidert von der Vorstellung, dass Michael Bloomberg oder jeder andere Milliardär glaubt, den politischen Prozess umgehen und Dutzende Millionen Dollar aufbieten zu können, um unsere Wahl zu kaufen", wetterte Sanders.

Seine Kritiker werfen Bloomberg vor, bisweilen selbstherrlich zu sein. Zudem wird ihm angekreidet, als Bürgermeister in New York auf Polizei-Strategien gesetzt zu haben, die besonders Angehörige von Minderheiten - Schwarze und Latinos - zu Zielen machten. In diesen für Demokraten wichtigen Wählergruppen gilt er als wenig beliebt. Am Sonntag vergangener Woche hatte Bloomberg öffentlichkeitswirksam Fehler in seiner damaligen Amtszeit eingeräumt und die Hand in Richtung eben dieser Gruppen ausgestreckt.

Bei einer Rede in New York entschuldigte er sich für die unter ihm eingeführte und später als verfassungswidrig eingestufte Taktik des "stop and frisk", bei der Polizisten Menschen willkürlich kontrollieren und durchsuchen können. "Viel zu viele unschuldige Menschen wurden dabei gestoppt", die Mehrheit davon Schwarze und Latinos, sagte der 77-Jährige vor einer vor allem afro-amerikanisch geprägten Kirchengemeinde im New Yorker Stadtteil Brooklyn. "Ich lag falsch. Und das tut mir leid", sagte er. "Ich habe Fehler gemacht."

Trump hatte bereits vor Tagen mit Spott auf die Berichte über eine mögliche Präsidentschaftsbewerbung Bloombergs reagiert. Dem "kleinen Michael" Bloomberg fehle die nötige "Magie", die Wahlen in einem Jahr zu gewinnen, sagte Trump. "Er wird nicht gut abschneiden." Bloomberg reiht sich - extrem spät - in einer übervolles Bewerberfeld bei den Demokraten ein.

Obwohl bereits zahlreiche Parteikollegen ausgestiegen sind, bewerben sich noch immer fast 20 Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Die meisten von ihnen machen bereits seit Monaten Wahlkampf. Die Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November 2020 endgültig bestimmen, beginnen Anfang Februar in Iowa.

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Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP

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