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Rückzieher wegen Wählern Bolsonaros Sohn wird kein US-Botschafter

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Im Februar schloss sich Eduardo Bolsonaro der Bewegung "The Movement" des US-Ultranationalisten Steve Bannon an.

(Foto: AP)

Brasiliens Präsidenten-Sohn Eduardo Bolsonaro will US-Botschafter werden. Das Weiße Haus hat nichts dagegen. Doch die Wählerschaft des 35-Jährigen kritisiert seine Pläne - und der muss er sich beugen.

Der Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, Eduardo Bolsonaro, wird doch nicht Botschafter seines Landes in den USA. Er habe entsprechende Pläne unter anderem wegen mangelnder Unterstützung in seiner Wählerschaft verworfen, sagte der 35-jährige Parlamentarier in der Abgeordnetenkammer in Brasília. Sein Vater habe keinen Einfluss auf die Entscheidung genommen, sagte er weiter.

Örtlichen Medien sagte Eduardo Bolsonaro, er habe lange über seine Entscheidung nachgedacht. "Ich höre auf den Rat vieler Menschen." Die Mehrheit seiner Wähler habe seinen Plan, Botschafter in Washington zu werden, nicht unterstützt. Bolsonaro ist Abgeordneter der Partei seines Vaters, PSL, sowie Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im Unterhaus des brasilianischen Parlaments.

Im August hatte Brasiliens ultrarechter Staatschef Bolsonaro bekannt gegeben, dass die US-Regierung der Ernennung seines drittältesten Sohnes zum Botschafter in Washington zugestimmt habe. Vor wenigen Monaten wurde dieser 35 Jahre alt, das gesetzliche Mindestalter für brasilianische Botschafter.

Die Ankündigung hatte zuvor für Kritik gesorgt: Eduardo Bolsonaro ist in rechtsextremen Kreisen in den USA bestens vernetzt. Im Februar schloss sich der studierte Jurist der Bewegung "The Movement" des US-Ultranationalisten Steve Bannon an. Als Brasilien-Chef der rechtsextremen Bewegung vertritt er darin ganz Lateinamerika.

Schon während Bolsonaros Wahlkampf im vergangenen Jahr und den ersten Monaten seiner Präsidentschaft hatte Eduardo Bolsonaro seinem Vater als diplomatischer Berater gedient. Er begleitete den Präsidenten bei mehreren Auslandsreisen und auch bei dessen Washington-Besuch im März. Zu Wochenbeginn erklärte der Präsident, sein Sohn Eduardo könne dabei helfen, die zerstrittenen Lager der Sozialliberalen Partei (PSL) miteinander zu versöhnen.

Quelle: n-tv.de, fge/AFP

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