Politik

Flüchtlinge aus Belarus Brandenburg fordert Maas zum Handeln auf

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"Das Problem ist Belarus und die Lösung liegt in Moskau", sagt Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen. "Dort sollte etwas unternommen werden."

(Foto: dpa)

Die Zahl der Migranten, die aus Belarus und Polen nach Deutschland einreisen, nimmt seit Monaten stetig zu. Brandenburg wirft sowohl dem Außenminister als auch der EU-Kommission vor, zu wenig zu unternehmen.

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen hat Bundesaußenminister Heiko Maas aufgefordert, sich an der Lösung des Problems der aus Belarus einreisenden Flüchtlinge zu beteiligten. Er sei "nicht darüber informiert, was im Bundesaußenministerium in dieser Angelegenheit unternommen wird", sagte der CDU-Politiker ntv.de. "Hier muss diplomatisch deutlich mehr passieren, denn wir haben es hier mit einer hybriden Kriegsführung zu tun, mit der Polen, Deutschland und die EU insgesamt unter Druck gesetzt werden sollen."

Am morgigen Freitag will Stübgen sich an Maas wenden, "und ihm ein paar Forderungen übermitteln, die jetzt unmittelbar umgesetzt werden müssen". Der erste Punkt darunter sei die Forderung nach einem EU-weiten Landeverbot für Fluggesellschaften, die Migranten nach Belarus fliegen. "Wir wissen, welche Fluggesellschaften das sind", so Stübgen, "das hätte zweifellos eine abschreckende Wirkung." Außerdem forderte der Innenminister, dass Flüchtlinge, für die nach dem Dublin-III-Abkommen eigentlich Polen zuständig wäre, von anderen EU-Staaten übernommen werden. Wie in den vergangenen Jahren Griechenland müsse nun Polen entlastet werden. Und schließlich sei "eine massive diplomatische Initiative" erforderlich. "Das Problem ist Belarus, und die Lösung liegt in Moskau. Dort sollte etwas unternommen werden."

"Was wir hier machen, ist die Behandlung von Symptomen"

Die Zahl der Migranten, die über Belarus und Polen nach Deutschland kommen, hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Brandenburg ist am stärksten betroffen. "Im Juli war es noch eine zweistellige Zahl, im August waren es ungefähr 200, im September bereits 1200", sagte Stübgen. "Mittlerweile zählen wir im Tagesmittel 100 bis 150 einreisende Flüchtlinge, die über die Grenze nach Brandenburg kommen."

Mit Bundesinnenminister Horst Seehofer habe er am Mittwoch vereinbart, dass die Bundespolizei in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge so schnell wie möglich eine Struktur aufbaut, wie sie 2015 in Bayern entwickelt worden sei. Damit soll gewährleistet werden, dass ankommende Migranten schneller auf andere Bundesländer verteilt werden können, um die Brandenburger Einrichtungen zu entlasten. "Was wir hier machen, ist die Behandlung von Symptomen", sagte Stübgen. "Da sind wir schnell und effizient und kommen nun Dank des Bundesinnenministeriums auch weiter. Aber das ist nicht die Lösung des Konflikts."

Auch der EU-Kommission warf der CDU-Politiker vor, zu wenig zu unternehmen. "Die EU-Kommission war noch in der vorigen Woche der Meinung, dass sie die Flugbewegungen nach Belarus erfolgreich unterbunden habe und dass die Flüchtlingszahlen rückläufig seien. Das Gegenteil ist der Fall."

Quelle: ntv.de, hvo

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