Politik

Tories restlos abgestraft Brexit-Partei triumphiert in Großbritannien

In Großbritannien geht die Brexit-Partei von Nigel Farage bei der Europawahl als klarer Sieger hervor. Ersten Ergebnissen zufolge kommt sie auf 31,6 Prozent. Für die regierenden Tories wird die Abstimmung zum Desaster.

Die Brexit-Partei ist bei der Europawahl in Großbritannien als deutlicher Sieger hervorgegangen. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Wahlbezirke erhielt die EU-kritische Partei von Nigel Farage 31,6 Prozent der Stimmen. Als zweitstärkste Kraft erwiesen sich die proeuropäischen Liberaldemokraten. Sie kamen auf 20,3 Prozent. Farage hatte die Brexit-Partei erst in diesem Jahr gegründet. Bis zum Brexit-Referendum 2016 war er Chef der europafeindlichen Ukip-Partei. Diese kämpft seit den 90er Jahren für einen EU-Austritt.

Die Konservativen der scheidenden Premierministerin Theresa May wurden, wie erwartet, empfindlich abgestraft. Sie landeten mit gerade einmal gut neun Prozent der Stimmen auf Platz fünf. Auch Labour schnitt deutlich schlechter ab, als 2014. Die Partei landete an dritter Stelle mit rund 14 Prozent der Stimmen. Erstaunlich stark war das Ergebnis der Grünen mit etwas mehr als 12 Prozent. Mit den Ergebnissen aus Schottland und Nordirland wird erst im Laufe des Montags gerechnet.

Brexit war wichtigstes Thema

Der Brexit war auch das entscheidende Thema der Wahl. Das Ergebnis bestätigt, wie polarisiert die Gesellschaft inzwischen in der Frage ist. Parteien, die sich für einen Austritt ohne Abkommen einsetzen waren ungefähr genau so stark, wie Parteien, die ein zweites Referendum und eine Abkehr vom EU-Austritt anstreben.

Premierministerin May war es nicht gelungen, ihr mit Brüssel ausgehandeltes Abkommen über den EU-Austritt durchs Parlament zu bringen. Dreimal legte sie den Deal dem Unterhaus vor, und jedesmal wurde er abgeschmettert. Am Freitag hatte die Tory-Chefin unter Tränen ihren Rücktritt angekündigt. Labour-Chef Jeremy Corbyn bezeichnete die Wahl in einer Mitteilung als "Stellvertreter" für ein zweites Brexit-Referendum in dem Land. Seine Partei werde sich dafür einsetzen, das die Frage dem Volk wieder vorgelegt werde, entweder in einer Neuwahl oder einer Volksabstimmung, so Corbyn.

Eigentlich hätte das Land bereits am 29. März aus der Staatengemeinschaft ausscheiden sollen und gar nicht mehr an der Wahl des Europaparlaments teilnehmen. Die Frist für den EU-Austritt wurde inzwischen bis 31. Oktober verlängert.

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Quelle: n-tv.de, ghö/ino/dpa

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