Politik

Auch Anti-Schiffswaffen möglich Briten werden Ukraine Raketenwerfer schicken

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Deutschland kann aufgrund fehlender Munition wohl nur drei statt vier versprochener MARS II-Raketenwerfer an die Ukraine senden. Weitere könnten aus Großbritannien und den USA kommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Ukraine hadert mit den Lieferungen schwerer Waffen durch westliche Verbündete. Nun könnte sich etwas tun. Großbritannien verspricht die Lieferung von Mehrfachraketenwerfern. Die könnten auch aus den USA und Deutschland kommen. Ihr großer Vorteil ist die höhere Reichweite als die russischer Systeme.

Großbritannien wird der Ukraine nach eigenen Angaben bald Mehrfachraketenwerfer liefern, um das Land im Verteidigungskampf gegen Russland zu unterstützen. "Ich denke, die Lieferung steht kurz bevor", sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace in Oslo am Rande eines Treffens der multinationalen Truppe Joint Expeditionary Force (JEF).

Großbritannien hatte bereits am 6. Juni die Lieferung des Mehrfachraketenwerfer-Systems MLRS angekündigt. Mit bis zu 80 Kilometern ist seine Reichweite Militärexperten zufolge etwas größer als die ähnlicher russischer Systeme. Somit könnten die Kiewer Streitkräfte feindliche Artillerie treffen, ohne in deren Reichweite zu geraten.

Die Ukraine, die derzeit einen erbitterten Verteidigungskampf im Donbass im Osten des Landes führt, hat ihre westlichen Verbündeten mehrfach aufgefordert, ihr mehr schwere Waffen zu liefern. Am Dienstag hatte die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maliar gesagt, ihr Land habe bisher nur "rund zehn Prozent" der eigentlich benötigten Waffen erhalten.

Dänemark und Niederlande wollen Anti-Schiffs-Waffen liefern

Großbritannien erwägt laut Wallace neben den MLRS-Raketenwerfern auch die Lieferung von Anti-Schiffs-Raketen des Typs Harpoon, die Dänemark und die Niederlande der Ukraine ebenfalls versprochen hätten. Der norwegische Verteidigungsminister Björn Arild Gram sagte nach dem Treffen mit Wallace, sein Land ziehe ebenfalls weitere Waffenlieferungen an die Ukraine in Betracht.

Die beiden Verteidigungsminister äußerten sich wenige Stunden vor einem Treffen der aus fast 50 Staaten bestehenden Ukraine-Kontaktgruppe, bei dem mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin über weitere militärische Hilfe für Kiew beraten werden soll. Austin rief dort die US-Verbündeten auf, bei den Waffenlieferungen nicht nachzulassen. Die USA hatten Kiew zuletzt vier Mehrfachraketenwerfer in Aussicht gestellt. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht wollte darüber hinaus Mehrfachraketenwerfer vom Typ MARS II anbieten. Medienberichten zufolge kann Deutschland aber unter anderem wegen fehlender Munition offenbar nur drei statt vier Systeme liefern.

Der von London angeführten multinationalen Truppe JEF gehören insgesamt zehn nordeuropäische Staaten an, die gemeinsam eine militärische Eingreiftruppe bilden. Die Ukraine-Kontaktgruppe war im April auf der US-Militärbasis Ramstein in Deutschland ins Leben gerufen worden.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 15. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, als/AFP

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