Politik

Registrierung geschafft Bundesamt hat alle Flüchtlinge erfasst

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Zur Registrierung gehört auch das Abnehmen von Fingerabdrücken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise ist Deutschland einen Schritt weiter: Jeder einzelne Flüchtling, der im vergangenen Jahr eingereist ist, sei mittlerweile registriert, erklärt das Bundesamt für Migration - darunter auch 42.000 unbegleitete Kinder und Jugendliche.

Die seit dem vergangenen Jahr nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge sind nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) inzwischen größtenteils registriert. Von den Ländern, der Polizei oder mobilen Teams des BAMF seien die Menschen mit Foto und Personendaten erfasst und polizeilich überprüft worden, sagte BAMF-Sprecherin Andrea Brinkmann. Fingerabdrücke wurden jedoch noch nicht von allen Asylsuchenden genommen. Dies soll bis zum Herbst der Fall sein. Dann sollen alle Menschen in einem gemeinsamen Datensystem erfasst sein, auf das alle beteiligten Behörden zugreifen können. Die Leiterin des operativen Bereichs im BAMF, Katja Wilken-Klein, hatte im ZDF gesagt: "Das gibt grundsätzlich Sicherheit, zu sehen, wer ist im Land."

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Frank-Jürgen Weise ist seit 2015 Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf).

(Foto: picture alliance / dpa)

An der im vergangenen Jahr oft fehlenden Registrierung der Menschen hatte es heftige Kritik gegeben. So könnten auch Terroristen unkontrolliert ins Land kommen, hatte etwa Bayerns Innenminister Joachim Herrmann von der CSU beklagt. CSU-Innenexperte Stephan Mayer sagte, die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sei aufgrund des Drucks und des Drängens der CSU heute eine andere im September des vergangenen Jahres. "Es gab zahlreiche gesetzliche Verschärfungen des Asyl- und Zuwanderungsrechts und eine deutliche Verbesserung der Registrierung und Kontrolle der Flüchtlinge."

Innerhalb der nächsten acht Wochen will das BAMF dann auch die letzten Asylanträge entgegen genommen haben. Mitte Juli waren nach Angaben der Nürnberger Behörde etwa 150.000 Menschen in Deutschland, die noch keinen Asylantrag stellen konnten. Und bis Ende des Jahres werde das Bundesamt den "weit überwiegenden Teil" der knapp 496.000 bisher noch nicht entschiedenen Asylverfahren abgearbeitet haben, sagte Wilken-Klein. Dies hatte auch Behördenchef Frank-Jürgen Weise bereits mehrfach betont.

Im vergangenen Jahr waren knapp 1,1 Millionen Asylbewerber in Deutschland neu erfasst worden. Dabei gab es jedoch Doppelregistrierungen, und viele Menschen reisten anschließend in andere Länder weiter. Im Februar 2016 wurde dann das sogenannte Integrierte Identitätsmanagement mit dem "Ankunftsnachweis" eingeführt. Inzwischen werden alle neu ankommenden Asylbewerber bei ihrem ersten Kontakt mit deutschen Behörden registriert. Ihre Identität wird erfasst und ihre Daten zwischen den Behörden ausgetauscht.

Viel mehr unbegleitete Minderjährige

Derweil kamen 2015 mehr allein reisende junge Flüchtlinge als jemals zuvor nach Deutschland. Die Jugendämter nahmen rund 42.300 Kinder und Jugendliche in ihre Obhut, die ohne Eltern eingereist sind - fast vier Mal so viele wie 2014. Dies berichtete das Statistische Bundesamt. Inzwischen geht der Zuzug aber zurück. "Bisher ist für 2016 ein Rückgang zu verzeichnen", heißt es aus dem Bundesfamilienministerium. "Damit wird es uns noch besser gelingen, die geflüchteten Kinder und Jugendlichen gut zu versorgen und zu betreuen", sagte Staatssekretär Ralf Kleindiek.

91 Prozent der allein reisenden jungen Migranten waren 2015 männlich. Dagegen reisten nur etwa 3600 Mädchen unbegleitet ein. Bislang hätten erst 53 Prozent der 2015 eingereisten unbegleiteten Minderjährigen einen Asylantrag gestellt, berichten die Statistiker unter Berufung auf das BAMF.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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