Politik

Höcke und "Flügel" kritisiert Bundestagsabgeordneter verlässt AfD

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Lars Herrmann bleibt als fraktionsloser Abgeordneter im Bundestag.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ihn hält "nichts mehr" in der AfD: Lars Herrmann verabschiedet sich aus Bundestagsfraktion und Partei. Seinen Schritt begründet der Politiker mit der "Flügel"-Galionsfigur Höcke - und mit einer Pressekonferenz von Innenminister Seehofer.

Der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Herrmann ist aus seiner Partei und Fraktion ausgetreten - aus Protest gegen deren Kurs. Er werde aber als fraktionsloser Abgeordneter weiter im Bundestag bleiben, sagte er in Berlin.

Zur Begründung gab er an, er sei wegen Kritik am thüringischen AfD-Vorsitzenden und "Flügel"-Chef Björn Höcke aus der Landesgruppe Sachsen im Bundestag ausgeschlossen worden, ohne angehört worden zu sein. "Das war für mich der Zeitpunkt, um zu sagen, dass mich hier nichts mehr hält." Herrmann begründete seinen Schritt auch damit, dass der sächsische Landesverband und sein Kreisverband Leipzig-Land mit Vertretern des rechtsnationalen "Flügels" besetzt seien.

Ausschlaggebend sei für ihn auch die Pressekonferenz von Bundesinnenminister Horst Seehofer gemeinsam mit Verfassungsschutz (BfV) und Bundeskriminalamt (BKA) am Vortag gewesen. Diese hätten den "Flügel" als rechtsextremistisch eingestuft. Herrmann, der Bundespolizist ist, sagte: "Als Beamter habe ich auch Pflichten. Diesen werde ich gerecht."

Herrmann ist bereits der vierte Abgeordnete, der aus der AfD-Fraktion in dieser Legislaturperiode ausgetreten beziehungsweise gar nicht erst Mitglied geworden ist. Auch Frauke Petry, Mario Mieruch und Uwe Kamann hatten sich ursprünglich für die Rechtspopulisten zur Wahl gestellt.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa