Politik

Bis zu 250 Euro Strafe möglichBundeswehr-Fragebogen: Wer nicht antwortet, muss zahlen

21.10.2026, 17:08 Uhr
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Soldaten gesucht: Mit einem Fragebogen will die Bundeswehr neue Soldaten rekrutieren. (Foto: REUTERS)

Die Bundeswehr sucht händeringend Nachwuchs. Seit Januar werden daher Fragebögen an junge Menschen ab 18 Jahren verschickt, um herauszufinden, wie groß das Interesse am Wehrdienst ist. Männer müssen antworten, sonst riskieren sie ein Bußgeld.

Wer den Fragebogen zur Wehrerfassung nicht rechtzeitig ausfüllt, muss mit einem Bußgeldverfahren rechnen. Das Verteidigungsministerium leitet Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen junge Männer ein, die den Fragebogen nicht fristgerecht beantwortet haben. Das teilte das von SPD-Politiker Boris Pistorius geführte Ministerium mit. Die Höhe des Bußgelds kann bis zu 250 Euro betragen. Wer zahlt, kommt aber nicht einfach davon: Auch im Anschluss besteht für wehrpflichtige Männer noch die Pflicht, den Fragebogen zu beantworten.

Seit Januar werden junge Menschen ab 18 Jahren im Zuge der Neuregelung des freiwilligen Wehrdienstes von der Bundeswehr angeschrieben und nach ihrer Bereitschaft zu einem möglichen Wehrdienst gefragt. Sie erhalten einen Brief mit einem QR-Code, der zu einem Onlinefragebogen führt. Dort müssen sie etwa Angaben zu ihrem Fitnesslevel, Gewicht und beruflichen Werdegang machen. Männer müssen den Bogen innerhalb von vier Wochen ausfüllen. Für Frauen ist die Antwort freiwillig. Danach folgt ein Erinnerungsschreiben mit einer meist zweiwöchigen Frist.

Interesse an Bundeswehr wächst

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind mit Stand 30. September 492.800 Briefe verschickt worden. Davon gingen 253.000 an Männer und 239.800 an Frauen. Rund 96 Prozent der Männer hätten innerhalb der Frist und der Nachfrist geantwortet. Von allen Interessierten durchliefen den Angaben zufolge bis Ende September rund 4450 Menschen eine Bewertung. 1530 Bewerberinnen und Bewerber seien anschließend für die Bundeswehr eingeplant worden - davon knapp 1150 für 2026, die restlichen für 2027.

Sollte es der Bundeswehr mithilfe des Fragebogens nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor. Zugleich teilte das Verteidigungsministerium mit, dass die Bundeswehr Ende September 186.200 aktive Soldatinnen und Soldaten zählte. Das sind 4.500 Personen mehr als im Vorjahresmonat.

Darüber hinaus gab es rund 58.700 Bewerbungen (plus 29 Prozent) und 18.700 Einstellungen (plus 15 Prozent). Dies zeige, dass das Interesse an der Bundeswehr als Arbeitgeberin, weiterhin hoch sei, so das Ministerium. Es wird damit gerechnet, dass die Bundeswehr am Ende des Jahres oberhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Aufwuchskorridors von 186.000 bis 190.000 Soldaten liegen wird.

Quelle: ntv.de, sts/dpa/AFP

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