Politik

Auch ohne Interesse am DienstBundeswehr beginnt mit Pflicht-Musterungen

19.09.2026, 21:02 Uhr
00:00 / 02:57
558240659
Nach der Musterung können die Männer den Wehrdienst verweigern. (Foto: picture alliance/dpa)

Kein Interesse am Wehrdienst ist künftig keine Ausrede mehr. Ab Juli 2027 soll die verpflichtende Musterung flächendeckend starten. Doch Hunderte junge Männer bekommen bereits in diesem Sommer Vorladungen. 

Die Bundeswehr hat damit begonnen, 18-jährige Männer zur Musterung vorzuladen, die kein Interesse am Wehrdienst bekundet haben. Seit Juli seien im Rahmen der Wehrerfassung fast 1000 von ihnen gemustert worden, teilte das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mit.

Nach dem neuen Wehrdienstgesetz, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist, werden wehrpflichtige Männer im Alter von 18 Jahren grundsätzlich einer verpflichtenden Musterung unterzogen. Nach der Untersuchung ihrer körperlichen und psychischen Eignung für den Dienst in der Truppe können die Männer den Wehrdienst im Anschluss trotzdem verweigern.

Diese verpflichtenden Musterungen sollen allerdings erst im Juli 2027 flächendeckend greifen. Denn in vielen Teilen Deutschlands fehlt die Infrastruktur dafür. Aktuell errichtet die Bundeswehr 24 moderne Musterungszentren.

Doch anscheinend will die Bundeswehr nicht warten, bis die Zentren alle fertiggestellt sind. Die verpflichtenden Musterungen würden "kontinuierlich entlang der sich stetig erweiternden Musterungskapazitäten weiter erhöht", hieß es von der Bundeswehr.

Bundeswehr sieht sich beim Personalaufwuchs im Plan

Die Musterungen sind Teil des geplanten personellen Aufbaus der Bundeswehr. Bis 2035 soll die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten auf 255.000 bis 270.000 steigen. Ende August dienten nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund 186.400 aktive Soldatinnen und Soldaten bei der Truppe - rund 4000 mehr als ein Jahr zuvor. Damit liege die Bundeswehr weiter im für 2026 vorgesehenen Zielkorridor von 186.000 bis 190.000 Soldatinnen und Soldaten.

Bis Ende August verschickte die Bundeswehr zudem mehr als 451.400 Fragebögen zur Wehrerfassung, davon rund 231.700 an Männer. Für sie ist die Beantwortung verpflichtend; rund 96 Prozent antworteten fristgerecht. Die übrigen Fragebögen gingen an Frauen und Menschen anderen Geschlechts, für die das Ausfüllen freiwillig ist. In dieser Gruppe lag die Rücklaufquote bei rund 3,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, uzh

BundeswehrDeutschlandWehrpflichtWehrpflicht