Politik

Ärmere Länder erhalten Ausgleich COP27-Ergebnisse hinterlassen zwiespältiges Gefühl

Die UN-Klimakonferenz geht zuerst in die Verlängerung und findet schließlich doch noch einen Kompromiss. Die deutsche Außenministerin Baerbock zieht eine Bilanz zwischen "Hoffnung und Frustration". Andere bewerten die Ergebnisse als deutlich negativer.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat eine durchwachsene Bilanz der UN-Klimakonferenz in Scharm el Scheich gezogen. "Beim Ergebnis liegen Hoffnung und Frustration nahe beieinander", sagte die Grünen-Politikerin zum Abschluss der Beratungen.

Positiv wertete Baerbock, dass besonders mit dem Beschluss für einen Fonds zum Ausgleich für klimabedingte Schäden "ein Durchbruch bei der Klimagerechtigkeit" geschafft worden sei. Damit schlage die Konferenz "ein neues Kapitel in der Klimapolitik" auf. Es sei auch verankert worden, "dass die Hilfe sich auf die verwundbarsten Länder konzentriert".

"Zudem konnten wir einen Rückschritt hinter den Konsens von Glasgow und Paris verhindern", hob die Ministerin hervor. Es sei gelungen, das Ziel zu verteidigen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Frustrierend sei aber, "dass aufgrund der Blockade von einigen großen Emittenten und ölproduzierenden Staaten überfällige Schritte zur Minderung und zum Ausstieg aus fossilen Energien verhindert wurden". Die Welt verliere dadurch "kostbare Zeit, in Richtung 1,5-Grad-Pfad zu kommen".

Dass die Konferenz "am Ende trotz der Blockade und organisatorischer Schwächen nicht ganz gescheitert ist, verdanken wir vor allem einem progressiven Bündnis von Staaten über verschiedene Kontinente hinweg", sagte Baerbock weiter.

Zu wenig

"Enttäuscht" über die Ergebnisse äußerte sich auch EU-Kommissionsvize Frans Timmermans. Die Ergebnisse von Scharm el Scheich seien "nicht genug für einen Schritt vorwärts", sagte er. Viele Parteien seien nicht bereit gewesen, mehr für den Klimawandel zu tun, kritisierte er. "Wir werden nicht aufhören, für mehr zu kämpfen", stellte Timmermans klar.

Mehr zum Thema

UN-Generalsekretär António Guterres warf der UN-Klimakonferenz vor, zentrale Ziele verfehlt zu haben. Es sei dort nicht gelungen, die "drastischen Emissionssenkungen" auf den Weg zu bringen, die notwendig seien, um die Erderwärmung einzudämmen, sagte Guterres in Sharm el Scheich.

"Unser Planet ist in der Notaufnahme", unterstrich der UN-Generalsekretär die Dramatik der Lage. "Wir müssen die Emissionen drastisch verringern, und dies anzugehen hat die Klimakonferenz versäumt."

Quelle: ntv.de, sba/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen