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Mehr Zäune, Geld und Hunde Cameron will Eurotunnel besser sichern

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Seit Wochen versuchen Flüchtlinge in Calais über Laster und Züge nach England zu kommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Großbritannien will das Chaos am Eurotunnel in den Griff kriegen. Premier Cameron lässt es sich viel kosten, um die Flüchtlinge von seinem Land fernzuhalten. Neben Millionen-Beträgen schickt London auch Spürhunde auf die andere Seite des Tunnels.

Mit mehr Zäunen und Spürhunden will der britische Premierminister David Cameron dem Flüchtlingsandrang auf der französischen Seite des Eurotunnels entgegentreten. Die Situation sei inakzeptabel, sagte Cameron nach einer Dringlichkeitssitzung von Ministern und Sicherheitsvertretern in London. "Menschen versuchen illegal in unser Land zu kommen, und hier gibt es Behinderungen für Fernfahrer und Urlauber. Wir werden mehr Zäune, mehr Mittel, mehr Spürhunde-Staffeln schicken."

Cameron kündigte zudem an, sich mit Frankreichs Staatschef François Hollande abzusprechen. Großbritannien sei bereit, mehr zu helfen, "um den Druck auf jener Seite der Grenze zu mindern". Großbritannien hat bereits umgerechnet 32 Millionen Euro zugesagt, um die Sicherheitsvorkehrungen auf der französischen Seite des Eurotunnels zu verstärken. Die Flüchtlingskrise wird laut Camero n "den gesamten Sommer über ein schwieriges Thema" bleiben.

Frankreich hat schon 120 Polizisten zusätzlich nach Calais geschickt, neue Zäune werden bereits errichtet. Auf beiden Seiten des Tunnels führt das Chaos zu langen Staus vor allem im Güterverkehr. Die britische Regierung will Grundstücke des Verteidigungsministeriums in Südengland nutzen, um den Rückstau auf den Straßen aufzulösen.

Speditionen wollen Stillstand im Tunnel

Eine britische Speditionsfirma rief dazu auf, zwei oder drei Tage lang keine Güter mehr durch den Eurotunnel zu transportieren, um für eine zügige Lösung zu protestieren. Migranten hätten Container aufgebrochen, die Supermärkte dann nicht mehr annähmen, sagte Firmenbesitzer Peter Harding dem BBC Radio 4. Auch deutsche Fahrer fürchten um ihre Sicherheit, weil Menschen versuchen, in die LKW zu klettern.

Seit Wochen versuchen nahe der nordfranzösischen Hafenstadt Calais immer wieder hunderte Flüchtlinge nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Nachdem die französische Regierung mehr Polizisten nach Calais schickte, sank die Zahl der Fluchtversuche zuletzt. Bei ihren verzweifelten Fluchtversuchen sind seit Anfang Juni zehn Flüchtlinge auf der französischen Seite des Ärmelkanals bei Unfällen ums Leben gekommen.

Quelle: n-tv.de

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