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Das Verhältnis zwischen dem indischen Premier Narendra Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ist merklich abgekühlt.
Das Verhältnis zwischen dem indischen Premier Narendra Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ist merklich abgekühlt.(Foto: AP)
Freitag, 04. August 2017

Grenzstreit im Himalaya: China fordert indischen Truppenabzug

Im Himalaya trifft die chinesische auf die indische und die bhutanische Grenze, doch der genaue Verlauf ist umstritten. Um den Bau einer Straße in der Region zu verhindern, schickt Indien Truppen nach China. Die Volksrepublik droht mit ihren Streitkräften.

Der seit Wochen schwelende Grenzkonflikt zwischen Indien und China spitzt sich weiter zu. Indien müsse seine Truppen "unverzüglich" aus chinesischem Territorium abziehen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking.

Die umstrittene Region ist in China als Donglang- und in Indien als Doklam-Ebene bekannt.
Die umstrittene Region ist in China als Donglang- und in Indien als Doklam-Ebene bekannt.

Chinas Armee habe bisher "ein hohes Maß an Zurückhaltung" gezeigt, ihr guter Wille habe aber Grenzen, hieß es in dem Bericht. "Die chinesischen Streitkräfte werden die territoriale Souveränität und die Sicherheitsinteressen des Landes entschlossen schützen."

Seit Wochen gibt es erhöhte Spannungen zwischen Indien und China um die Drei-Länder-Grenze zwischen den zwei Atommächten und Bhutan. Um Gebietsansprüche in der Himalaya-Region hatten China und Indien bereits 1962 einen Krieg geführt. Beide Länder teilen sich ein 3500 Kilometer langes Grenzstück.

"Hühnerhals" in Gefahr

Hintergrund der jüngsten Auseinandersetzung ist der Bau einer Straße durch die chinesische Volksarmee in einem Gebiet, das sowohl China als auch Bhutan für sich beanspruchen. China wirft Indien vor, Truppen auf chinesisches Territorium geschickt zu haben, um die Bauarbeiten zu stoppen. Die Volksrepublik legte Fotos vor, auf denen indische Soldaten sowie zwei indische Bulldozer auf chinesischem Gebiet zu sehen sein sollen.

Sollte China seine Ansprüche in der Region durchsetzen, wächst der Zugriff von Peking auf den indischen "Hühnerhals". Dabei handelt es sich um einen 20 Kilometer breiten Korridor, der die nordöstlichen Bundesstaaten des Landes mit dem indischen Festland verbindet.

Indiens Außenministerin Sushma Swaraj sprach in dieser Hinsicht von einer "direkten Herausforderung unserer Sicherheit", wenn China einseitig den Status quo im Drei-Länder-Gebiet ändern sollte. Damit es Gespräche geben könne, müssten beide Länder ihre Soldaten abziehen.

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Quelle: n-tv.de

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