Politik

Baerbock will europäische Lösung China reagiert wütend auf Olympia-Boykott

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Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, sprach von "politischer Manipulation".

(Foto: picture alliance / Kyodo)

Weil vier westliche Staaten keine Regierungsvertreter zu den Olympischen Winterspielen nach China entsenden werden, droht Peking mit Konsequenzen. Unklar bleibt, wie sich die neue Bundesregierung in der Sache verhalten will. Berlin und Paris setzen wohl auf eine gemeinsame Entscheidung.

Nach der Ankündigung eines diplomatischen Boykotts der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking hat China vier westliche Länder vor Konsequenzen gewarnt. Die USA, Australien, Großbritannien und Kanada "werden unweigerlich den Preis für ihr Fehlverhalten zahlen", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Wang Wenbin. Er prangerte die "Nutzung der olympischen Plattform für politische Manipulationen" an.

Die USA hatten am Montag angekündigt, wegen Menschenrechtsverletzungen in China keine Regierungsvertreter zu den Olympischen Spielen im Februar zu entsenden. US-Sportler sollen jedoch an dem Großereignis teilnehmen. Am Mittwoch schlossen sich Kanada, Großbritannien und Australien dem diplomatischen Boykott an.

Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock setzt in der Frage eines möglichen diplomatischen Boykotts der Spiele auf ein gemeinsames europäisches Vorgehen. "Wir werden sowohl gemeinsam in der neuen Bundesregierung darüber entscheiden, wie wir weiter damit umgehen, und das aber im Einklang mit unseren europäischen Freunden", sagte die Grünen-Politikerin nach einem Treffen mit ihrem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian in Paris.

Vorwürfe wegen sexuellen Übergriffs

Baerbock sprach in dem Zusammenhang auch den Fall der Tennisspielerin Peng Shuai an. Die frühere Weltranglistenerste im Doppel hatte Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs durch einen chinesischen Spitzenpolitiker veröffentlicht. Der Post wurde bald danach gelöscht. Seither äußerten Sportler, Politiker und Menschenrechtler Sorge um das Wohlergehen der Tennisspielerin.

"Ich möchte an dieser Stelle einmal bewusst und deutlich aber sagen, dass wenn eine Frau solche Vorwürfe erhebt, dann muss das auch im internationalen Kontext Gehör finden", sagte Baerbock. Man müsse dem nun nachgehen und dann zu einer gemeinsamen Antwort als Europäer kommen. Auch Le Drian sagte, die Frage eines möglichen diplomatischen Boykotts werde auf europäischer Ebene gehandhabt. Frankreichs Bildungs- und Sportminister Jean-Michel Blanquer sagte dem Sender BFM TV hingegen, Frankreich werde keinen diplomatischen Boykott praktizieren.

China steht auch wegen Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Uiguren und Tibetern, wegen der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong oder den Drohungen gegen Taiwan in der Kritik. Die USA hatten Anfang der Woche angekündigt, keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter zu den Olympischen Spielen nach China schicken. Australien, Kanada und Großbritannien schlossen sich dem an.

Quelle: ntv.de, mbe/AFP/dpa

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