Politik

"Einen Meilenstein erreicht" Clinton erklärt sich zur Kandidatin

Hillary Clinton macht den Sack zu: Vor Tausenden jubelnden Anhängern erklärt sich die US-Demokratin zur ersten weiblichen Präsidentschaftskandidatin einer großen Partei. Dass Bernie Sanders ihr den Sieg noch nimmt, ist nach den ersten Wahlergebnissen nahezu ausgeschlossen.

Hillary Clinton hat sich zur Siegerin des US-Vorwahlkampfes bei der Demokratischen Partei und damit zur Präsidentschaftskandidatin erklärt. "Es ist das erste Mal in der Geschichte unseres Landes, dass eine Frau die Kandidatin einer großen Partei sein wird", sagte sie nach ihrem Wahlsieg im Bundesstaat New Jersey auf einer Kundgebung in New York unter dem Jubel Tausender Anhänger.

Am Dienstag fanden in den USA die letzten großen Vorwahlen statt. In New Jersey gewann Clinton mit mehr als 60 Prozent gegen ihren innerparteilichen Kontrahenten Bernie Sanders. Knapper, mit jeweils gut 50 Prozent, siegte sie in New Mexico und South Dakota. In allen diesen Staaten fanden die Vorwahlen nach dem Primary-Modell statt.

In North Dakota, wo nach dem Caucus-Modell gewählt wird, gewann Sanders. Das bestätigt den Trend, nach dem der linke Senator aus Vermont in Caucus-Staaten besser abschneidet. Bei einem Caucus werden die Delegierten in mehrstündigen Versammlungen gewählt, nicht durch Abgabe einer Stimme auf einem Wahlzettel.

Sanders entlässt Hälfte seiner Wahlkämpfer

In Montana gewann Sanders mit 51 Prozent der Stimmen. In Kalifornien, wo besonders viele Delegierte zu holen sind, erreichte Clinton 56 Prozent.

Die "New York Times" berichtet unterdessen, dass Sanders mindestens die Hälfte seines Wahlkampfstabs entlassen will. Das Blatt beruft sich auf zwei seinem Stab nahestehende Personen. Das dürfte darauf hindeuten, dass Sanders aus dem Wahlkampf aussteigt. Er hatte ursprünglich angekündigt, bis zum Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli an seiner Bewerbung festzuhalten.

Lob an Sanders

Hillary Clinton wird mit diesen Wahlergebnissen aller Voraussicht als erste Frau die Demokraten in den Präsidentschaftswahlkampf der USA führen. Dem Sender NBC zufolge verfügt sie inzwischen sogar über eine Mehrheit der "gebundenen" Delegiertenstimmen. Diese werden auf dem Parteitag der Demokraten entsprechend dem Ausgang der Abstimmungen in den einzelnen Bundesstaaten verteilt.

Bisherige Vorhersagen eines Siegs stützen sich auch auf die Zusagen der "Superdelegierten" – hochrangigen Parteimitgliedern, die über ihre Stimmabgabe frei entscheiden können. Von diesen mehr als 700 Parteifunktionären und Mandatsträgern, die nicht an ein Vorwahlergebnis gebunden, aber dennoch auf dem Nominierungsparteitag in Philadelphia stimmberechtigt sind, hat sich die überwältigende Mehrheit für Clinton ausgesprochen.

Clinton gratulierte ihrem Kontrahenten Sanders zu seinem Wahlkampf. "Er hat Millionen von Wählern, vor allem junge Leute begeistert", sagte sie. "Das war sehr gut für diesen Wahlkampf und für Amerika." Für sie wird es nun darum gehen, Sanders' Anhänger auf ihre Seite zu ziehen.

Trump wirbt um Sanders-Anhänger

Das versucht auch der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump, der schon seit Ende Mai als Sieger seiner Partei feststeht. In den fünf republikanischen Vorwahlen am Dienstag war er daher der einzige Kandidat. In seiner Siegesrede in einem Golfclub in New York rief er seine Partei eindringlich zur Geschlossenheit auf. "Sie geben mir die Ehre, die Partei zu führen", sagte er in der Nacht zum Mittwoch. "Wir schließen nun ein Kapitel der Geschichte und beginnen ein anderes", sagte Trump.

Außerdem sagte er: "An alle Anhänger von Bernie Sanders, die von einem manipulierten System von Superdelegierten im Stich gelassen wurden: Wir heißen euch mit offenen Armen willkommen."

Mit den Abstimmungen am Dienstag sind die Vorwahlen in den USA beendet. Lediglich die Demokraten veranstalten in einer Woche noch eine Primary im District of Columbia, also im Hauptstadtbezirk Washington.

Quelle: ntv.de, fma/hvo/dpa/rts