Politik

Ausbreitung von Omikron Dahmen warnt vor massiven Personalausfällen

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Die schnelle Ausbreitung von Omikron könnte weitere Maßnahmen nötig machen, auch eine weitere Ministerpräsidentenkonferenz.

(Foto: dpa)

Aus Großbritannien ist bereits bekannt, dass die schnelle Ausbreitung von Omikron auch zu massiven personellen Ausfällen in sensiblen Bereichen führen kann. Vor dieser Entwicklung warnt Grünen-Politiker Dahmen auch in Deutschland. Er fordert weitere Maßnahmen, auch eine Ministerpräsidentenkonferenz.

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat vor einem massiven Personalausfall in Bereichen der kritischen Infrastrukturen wegen Infektionen mit der Corona-Variante Omikron gewarnt. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass in Bereichen der kritischen Infrastruktur sehr viel Personal krankheitsbedingt ausfallen wird", sagte Dahmen dem "Handelsblatt". Diese Gefahr sehe er nicht nur in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, sondern beispielsweise auch bei der Feuerwehr, Polizei, in Apotheken und dem Lebensmittelhandel.

Dahmen plädierte für einen Notfallplan: Es müsse jeder Tag zum Impfen und Boostern genutzt werden. Eine generelle FFP2-Maskenpflicht am Arbeitsplatz müsse sichergestellt werden. Zudem brauche es eine vorausschauende Personalplanung. Desweiteren hält der Gesundheitspolitiker Kontakt- und Mobilitätsreduktion für unvermeidbar.

"Länder wie die Niederlande, die nun in einen Lockdown gehen, legen nahe, dass geringfügige Maßnahmen nicht ausreichen", sagte Dahmen. "Die Schließung des nicht-essentiellen Einzelhandels kann genauso ein Instrument sein wie branchenweite Betriebsferien bis in den Januar hinein, um Omikron unter Kontrolle zu kriegen."

"Darf keine Denkverbote geben"

Es müssten zügig Entscheidungen aus den Empfehlungen des Expertenrats der Bundesregierung abgeleitet werden, die für Anfang der neuen Woche erwartet werden. Auch eine Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) noch vor Weihnachten könnte nötig sein, so der Grünen-Politiker.

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante in Europa forderte auch Unionsfraktionsvize Sepp Müller von der CDU Beratungen über weitere Corona-Maßnahmen. "Nach allen Berechnungen wird Omikron spätestens Ende Januar die vorherrschende Variante sein", sagte er den Funke-Zeitungen. "Im schlimmsten Fall werden wir bis zu 700.000 Neuinfektionen pro Tag haben. Deswegen darf es keine Denkverbote geben."

Ein bundesweiter Lockdown sei wegen des von der neuen Bundesregierung beschlossenen Auslaufens der epidemischen Lage von nationaler Tragweite gesetzlich nicht möglich. "Wir stehen als Unionsfraktion jederzeit zur Verfügung, um weitere gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen", sagte Müller.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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