Panorama

Personalausfälle befürchtet London ruft wegen Omikron Katastrophenfall aus

Großbritannien erlebt derzeit so viele tägliche Corona-Fälle wie nie in der Pandemie. Das liegt an der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante. London ruft deshalb erneut den Katastrophenfall aus. Experten fürchten zudem massive Personalausfälle etwa beim Gesundheitsdienst.

Die britische Hauptstadt London hat wegen der rapiden Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus den Katastrophenfall ausgerufen. "Der Anstieg der Omikron-Fälle in unserer Hauptstadt ist sehr besorgniserregend", teilte Bürgermeister Sadiq Khan mit. "Deshalb rufen wir erneut den Katastrophenfall aus."

Khan verwies darauf, dass die Zahl der Covid-Patienten in Londons Krankenhäusern wieder massiv steigt. Bereits Anfang Januar hatte die Stadt wegen Covid-19 den Katastrophenfall ausgelöst. Damals stand das Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps. Konkret bedeutet das, dass spezielle Notfallpläne in Kraft treten und sich die beteiligten Einheiten enger abstimmen. Bürgermeister Khan rief zudem alle in London auf, sich möglichst schnell impfen zu lassen. In etlichen britischen Städten wurden wieder Impfzentren geöffnet - auch in Stadien oder auf Weihnachtsmärkten -, wo man sich auch ohne Termin eine Spritze geben lassen kann.

Wegen der rapiden Ausbreitung der Omikron-Variante warnen britische Medizinerinnen und Mediziner bereits vor massiven Personalausfällen. An Weihnachten könnten der British Medical Association zufolge ohne verschärfte Maßnahmen in England 32.000 bis 130.000 Beschäftigte im Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) fehlen, wie der "Guardian" berichtete. Letzteres entspräche einem Zehntel der gesamten Belegschaft.

Der Guy's und St Thomas' Trust, der in London mehrere Krankenhäuser betreibt, bereitet sich wegen Hunderter Krankmeldungen schon jetzt darauf vor, Personal aus anderen Bereichen auf die Intensivstationen und Notaufnahmen zu verlegen, um dort ausgefallene Beschäftigte zu vertreten.

"Omikron hat nun einen signifikanten Einfluss auf unsere Arbeit", hieß es am Freitag in einem Schreiben an das Personal, aus dem der "Guardian" zitierte. Das zeige sich nicht nur daran, dass die Zahl der eingelieferten Covid-Patienten in der vergangenen Woche um rund ein Drittel gestiegen sei, sondern auch daran, dass viele der Beschäftigten erkrankt seien.

"So geht es los", schrieb der Berliner Virologe Christian Drosten auf Twitter mit Bezug auf die Schilderungen im "Guardian". "Omikron wird zu massiven krankheitsbedingten Arbeitsausfällen führen. Auch in essentiellen Berufsgruppen."

Am Freitag wurden allein in London 27.000 neue Corona-Infektionen gemeldet. In Großbritannien insgesamt wurde mit mehr als 93.000 Infektionen ein neuer Tagesrekord aufgestellt. Omikron ist dabei bereits die mit Abstand dominierende Variante. Bis Freitagabend wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden insgesamt 24.968 Omikron-Fälle bestätigt. Das seien über 10.000 Fälle mehr als 24 Stunden zuvor.

Die deutschen Gesundheitsminister fordern mittlerweile, Großbritannien als Virusvariantengebiet einzustufen. Fluggesellschaften dürfen dann im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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