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Knapp 18 Gigawatt Leistung Das ist der Abschaltplan

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Boxberg gehört zu den letzten Kohlekraftwerken, die vom Netz gehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In nicht einmal mehr zwei Jahrzehnten soll das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland vom Netz gehen. In drei Wellen werden die Meiler im Rheinland sowie in den ostdeutschen Revieren abgeschaltet. Dabei bleiben die neuesten Werke am längsten am Netz.

Deutschland hat sich nach dem Ausstieg aus der Atomkraft auch das Ende der Kohleverstromung verordnet. Spätestens Ende 2038 sollen die letzte deutsche Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Zweimal - 2026 und 2029 - wird der sogenannte Stilllegungspfad überprüft. Dann wird jeweils beraten, ob der Zeitplan um drei Jahre vorgezogen wird. Maßgeblich dürfte zu beiden Terminen der jeweilige Stand beim Ausbau der Erneuerbaren Energien sein.

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Im ersten Werk wird bereits zum Jahresende der Stecker gezogen. Dabei handelt es sich um einen Block eines Werkes an der Nord-Süd-Bahn (NSB) beim Tagebau Garzweiler im Rheinland. In dem Revier liegen die ersten neun Blöcke, die vom Netz gehen. Sie gehören alle dem Betreiber RWE und gehören zugleich zu den ältesten Werken. Sie wurden zwischen 1959 und 1976 in Betrieb genommen. Die erste Abschaltwelle bis Ende 2022 umfasst insgesamt acht Blöcke.

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In einer zweiten Welle werden von Anfang 2025 bis Ende 2029 elf Blöcke vom Netz genommen. Darunter ist mit Jänschwalde auch das erste Werk in Ostdeutschland. Der vierte und letzte Block des drittgrößten deutschen Werkes wird dann Ende 2028 stillgelegt. Auch zwei Blöcken im sächsischen Werk Boxberg in der Lausitz wird dann der Stecker gezogen.

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In einer dritten und letzten Welle werden Ab Ende 2034 bis Ende 2038 die verbliebenden elf Blöcke abgeschaltet. Dies sind dann zugleich die neuesten Werke, die erst seit 1996 und teilweise sogar erst seit 2012 am Netz sind. Betroffen sind dann allen voran Werke in den ostdeutschen Braunkohlerevieren.

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Ende 2034 wird auch das Werk in Schkopau abgeschaltet, um das es zuletzt heftige Debatten gegeben hatte. In früheren Überlegungen sollte der Betrieb dort schon deutlich früher enden und die Kapazitäten einem Werk in NRW zugeschlagen werden. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff hatte darauf damit gedroht, seine Zustimmung zum gesamten Kompromiss zurückzuziehen.

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Insgesamt erbringen der Aufschlüsselung des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge die Kohlekraftwerke deutschlandweit eine Leistung von knapp 18 Gigawatt. Zudem werden Blöcke mit einer Leistung von rund 1,6 Gigawatt als Reserve vorgehalten. Bis Ende 2022 soll die Kohle-Kapazität auf 15 Gigawatt, bis Ende 2030 auf 8,8 Gigawatt verringert werden.

Quelle: ntv.de