Politik
Bewaffnete Polizisten stehen in der Nähe des Tatorts in Las Vegas.
Bewaffnete Polizisten stehen in der Nähe des Tatorts in Las Vegas.(Foto: dpa)
Montag, 02. Oktober 2017

Aktien von Produzenten steigen: Demokraten fordern schärfere Waffengesetze

Das Attentat von Las Vegas war die blutigste Gewalttat mit Schusswaffen in der jüngeren US-Geschichte. Demokratische Abgeordnete fordern nun schärfere Gesetze - das Weiße Haus hält dagegen. Die Aktien der Waffenhersteller allerdings steigen erstmal.

Nach dem Massaker von Las Vegas mit mehr als 50 Todesopfern mehren sich die Forderungen nach schärferen Waffengesetzen in den USA. "Wir dürfen nicht taub sein bei solchen Massakern, die so viele Leben in so kurzer Zeit auslöschen können", teilte die Senatorin des Bundesstaats Kalifornien, Dianne Feinstein, in einem Statement mit. "Es sollte jeden Amerikaner schocken, dass jedes Individuum mit leichtem Zugang zu Waffen und Munition, solche Verwüstungen auslösen kann." Die Demokratin rief zum "tiefen Nachdenken" über die Umstände auf und forderte, Konsequenzen zu ziehen.

Datenschutz

Auch weitere Demokraten forderten härtere Waffengesetze. Elizabeth Warren, Senatorin des Bundesstaats Massachusetts, betonte: "Gedanken und Gebete sind nicht genug." Tragödien wie in Las Vegas seien viel zu oft passiert. "Wir brauchen eine Debatte, wie die Waffengewalt zu stoppen ist." Senator Chris Murphy sagte: "Es ist Zeit, dass der Kongress seinen Hintern hochbekommt und etwas unternimmt".

"Es sollte klar sein, dass wir alles tun müssen, um zu verhindern, dass Waffen in die Hände von Leuten fallen, die sie nicht besitzen sollten", twitterte Senator Bernie Sanders. Es sei höchste Zeit für den Kongress, sich um die Sicherheit von Waffen zu kümmern, um unschuldige Leben zu retten, schrieb der ehemalige Präsidentschaftsbewerber weiter.

Nach Ansicht des Weißen Hauses ist eine Diskussion über schärfere Waffengesetze jedoch verfrüht. "Es wäre voreilig, politische Maßnahmen zu diskutieren, solange wir nicht vollständig wissen, was gestern Abend passiert ist", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. Allerdings könnten Vertreter beider Parteien in den kommenden Tagen über das Waffenrecht sprechen. Man müsse Maßnahmen prüfen, die tatsächlich zu einem Rückgang der Waffengewalt führten, sagte Sanders.

Präsident Donald Trump habe aber mehrmals deutlich gemacht, dass er ein Befürworter des zweiten Verfassungszusatzes sei. Dort ist das grundsätzliche Recht auf den Besitz von Schusswaffen für US-Bürger festgeschrieben. Dieses Grundrecht wird von der Waffenlobby erbittert verteidigt. Der Bundesstaat Nevada, in dem Las Vegas liegt, gilt als besonders großzügig bei der Zulassung von Schusswaffen.

Aktien von Waffenherstellern steigen

Ein 64 Jahre alter Mann soll aus dem 32. Stock des Hotels Mandalay Bay zahlreiche Schüsse auf die Besucher eines Countrymusikfestivals in der Vergnügungsmetropole Las Vegas abgegeben haben. Dabei starben mindestens 58 Menschen, mehr als 500 wurden verletzt.

Die Gewalttat ließ die Aktien von Waffenherstellern steigen. Die Papiere von Sturm, Ruger & Co und American Outdoor Brands - dem Mutterkonzern von Smith & Wesson - legten zwischenzeitlich um fast vier Prozent zu. Dass Waffenaktien mit Kursgewinnen auf Amokläufe und Attentate reagieren, ist nicht ungewöhnlich. Die blutigen Ereignisse lassen die Nachfrage nach Waffen in den USA oft kurzfristig anziehen, weil verschärfte Waffengesetze als Konsequenz befürchtet werden. Anleger rechnen dann damit, dass der Absatz kurzfristig steigt, weil die Bürger einen Waffenkauf vorziehen.

Dagegen gaben die Anteilsscheine von Casinobetreibern nach: Die Besitzerin des Hotels Mandalay Bay in Las Vegas, MGM Resorts, musste einen Verlust von über fünf Prozent verbuchen.

Quelle: n-tv.de