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Frontex sieht noch immer Druck Deutlich weniger Flüchtlinge erreichen EU

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(Foto: dpa)

2015 kamen rund 1,8 Millionen Menschen illegal in die EU. Seitdem geht die Zahl drastisch zurück. Allerdings gibt es bei einer Flüchtlingsroute eine Ausnahme.

Die Zahl der illegalen Einwanderer in die Europäische Union hat sich nach Angaben der EU-Grenzschutzbehörde Frontex im vergangenen Jahr mehr als halbiert. 204.219 Menschen überquerten im Jahr 2017 illegal die EU-Außengrenzen, heißt es in einem Frontex-Bericht. Das entspricht einem Rückgang von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Jahr 2016 waren demnach rund 511.000 Menschen illegal in die EU eingereist. Im Jahr 2015 hatte deren Zahl bei 1,8 Millionen gelegen.

Die Zahl der illegalen Grenzübertritte sei 2017 aber immer noch höher gewesen als in den Jahren vor 2014 und dem Beginn der Flüchtlingskrise, heißt es in dem Bericht. Der Druck auf die Außengrenzen der EU bleibe hoch.

Großer Rückgang auf Balkanroute

Ein Rückgang der illegalen Zuwanderung im Jahr 2017 wurde demnach vor allem auf der östlichen Mittelmeerroute verzeichnet - und damit auch über den Balkan. Zudem habe der Migrationsdruck auf der zentralen Mittelmeerroute seit Juli deutlich nachgelassen. Frontex führt dies auf die veränderte innenpolitisch Lage in Libyen zurück. Allerdings seien in der zweiten Jahreshälfte wieder mehr Flüchtlingsboote von Tunesien und Algerien aus in Richtung Europa aufgebrochen.

Ein deutlicher Anstieg der illegalen Zuwanderung wurde hingegen über das westliche Mittelmeer beobachtet, heißt es in dem Bericht. Hier hätten sich die Zahlen im Vergleich zum Jahr 2016 mehr als verdoppelt. Laut Frontex waren innere Probleme in Marokko, einem der Haupttransit-Länder Richtung Spanien, der Grund dafür. "Spanien ist jetzt unter hohem Druck", sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri. Nach Spanien kommen früheren Frontex-Angaben zufolge in erster Linie Wirtschaftsflüchtlinge aus Marokko und Algerien, sowie aus Ländern in Westafrika.

Forderung nach schnellerer Rückführung

Leggeri betonte, die EU-Mitgliedsstaaten müssten abgelehnte Asylbewerber künftig schneller zurück in ihre Heimat schicken. Doch sei die Zahl der Rückführ-Entscheidungen in den einzelnen Ländern zurückgegangen. "Wir sprechen über Menschen, Familien - deshalb ist es eine heikle und schwierige Angelegenheit", sagte der Frontex-Chef.

Allerdings habe er auch das Gefühl, in den Mitgliedstaaten sei bei Personal und Budget gekürzt worden. Asylbehörden und die für Rückführungen zuständigen Stellen müssten eng zusammenarbeiten, mahnte Leggeri. Zudem forderte er mehr EU-Abkommen mit Herkunftsländern, ähnlich dem mit Afghanistan vom Februar 2017. Dieses verpflichtet Afghanistan zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung unerwünschter Migration.

Frontex organisierte im vergangenen Jahr 341 Abschiebeflüge mit mehr als 14.000 Menschen. Das waren 50 Prozent mehr Flüge als 2016. Insgesamt seien 2017 fast 150.000 Menschen aus der EU abgeschoben worden, sagte Leggeri.

Neben Rückführungen sei auch die innere Sicherheit ein Schwerpunkt des laufenden Jahres, sagte er. Migranten versteckten sich wegen verbesserter Grenzkontrollen unter Zügen oder versuchten, mit gefälschten Dokumenten in die EU einzureisen. Darunter seien auch Gesuchte oder mögliche Straftäter. Nötig sei mehr Expertise, um gefälschte Dokumente zu erkennen.

Anfang des Monats hatte Frontex zusammen mit Italien eine neue Operation im zentralen Mittelmeer gestartet. Stärker als die Vorgänger-Mission "Triton" konzentriere sich "Themis" auf die Terrorabwehr und die Verfolgung von grenzüberschreitenden Straftaten wie dem Drogenhandel, hieß es damals. Die Seenotrettung sei aber nach wie vor wesentlicher Teil der Operation. 2017 rettete Frontex den Angaben zufolge 38.000 Migranten aus Seenot.

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP/dpa

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