Politik

Nur Grünen-Wähler denken anders Deutsche bevorzugen Habeck als Vizekanzler

258354755.jpg

Robert Habeck und Annalena Baerbock am Montag.

(Foto: picture alliance/dpa)

Dürften die Deutschen über den Vizekanzler entscheiden, hätte Robert Habeck den Job sicher. Mehr als zwei Drittel geben dem Grünen-Chef in einer Umfrage den Vorzug vor Kanzlerkandidatin Baerbock. Unter den Anhängern der Grünen würde die Frage allerdings zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen führen.

Auch wenn die frühe Postenschieberei bei den Grünen intern für Verärgerung sorgt: Eine klare Mehrheit der Deutschen würde Robert Habeck im Falle einer grünen Regierungsbeteiligung Annalena Baerbock als Vizekanzler vorziehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den "Spiegel". Während Habeck und Baerbock das Amt des Bundesvorsitzenden der Grünen als Duo ausüben, war Baerbock die Kanzlerkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl.

In der Umfrage sprachen sich laut dem Magazin mehr als zwei Drittel der Befragten für Habeck aus. Auf die Frage "Sollte eher Robert Habeck oder Annalena Baerbock Vizekanzler oder Vizekanzlerin werden, falls die nächste Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP besteht?" antworteten rund 69 Prozent der Befragten mit Habeck. Nur etwa 15 Prozent favorisieren Co-Chefin Annalena Baerbock.

Ein ähnliches Bild ergibt sich mit Blick auf eine mögliche Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP. In einer solchen Regierung hätten ebenfalls fast 70 Prozent lieber Habeck als Vizekanzler. Die statistische Ungenauigkeit der Umfrage liegt bei bis zu 2,5 Prozentpunkten. Bemerkenswerterweise zeigte sich die überwältigende Vorliebe für Habeck allerdings nur bei Anhängern von FDP, CDU/CSU und SPD. Bei den Grünen votierte nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten- 54 Prozent - für Habeck.

"Frage völlig irrelevant"

Mehrere Medien hatten übereinstimmend berichtet, dass Robert Habeck im Falle einer Regierungsbeteiligung seiner Partei Vizekanzler werden sollte - so sei es intern mit Baerbock beschlossen. Weder Habeck noch Baerbock dementierten die Berichte. Allerdings bemühte sich Habeck noch am Dienstag, die Folgen der vorgezogenen Personalspekulation wieder einzufangen. "Die Frage, wer Vize-Kanzler wird, ist völlig irrelevant. Wir haben noch nicht einmal einen Kanzler." Die Partei stehe hinter dem Bundesvorstand und hinter Baerbock als Person, sagte er.

Herbe Kritik an der mutmaßlichen Vier-Augen-Absprache des grünen Führungsduos hatte zuvor Jürgen Trittin vom linken Flügel der Grünen geäußert. Erst werde über die Bildung einer neuen Regierung verhandelt. "Danach wird entschieden, wer welchen Posten bekommt", sagte der frühere Fraktionschef und Umweltminister dem "Spiegel" und fügte hinzu: "Das entscheidet die Partei und nicht nur zwei Personen in persönlichen Gesprächen." Habeck räumte im Bundestag ein, selbstverständlich werde am Ende auf einem Parteitag oder via Mitgliederbefragung über Inhalte und Personal abgestimmt.

Quelle: ntv.de, mau

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen