Politik

Berlinerin half Flüchtlingen Deutscher in Türkei droht Abschiebung

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Die Deutsche Nora F. soll 150 Syrer auf ihrem Weg nach Edirne begleitet haben. Dabei kam sie mit dem türkischen Gesetz in Konflikt.

(Foto: REUTERS)

Eine junge Deutsche sitzt in der Istanbuler Ausländerbehörde fest. Offenbar hat sie sich für Flüchtlinge engagiert und angeblich mit der Polizei angelegt. Möglich ist, dass Nora F. abgeschoben wird. Aber erst, wenn ein hoher Feiertag vorbei ist.

Drei Tage nach ihrer Festnahme droht einer 28-jährigen Deutschen in der Türkei wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz die Abschiebung. Nora F. werde zurzeit in der Ausländerbehörde in Istanbul festgehalten, sagte Anwalt Cem Gök. Ob sie abgeschoben wird oder nicht, werde voraussichtlich nach dem viertägigen Opferfest Anfang nächster Woche entschieden. Ein Haftbefehl sei aber nicht erlassen worden.

Zuvor hatte der "Berliner Kurier" über den Fall berichtet. Nora F. war am Montag mit einer Französin und drei Syrern in Istanbul festgenommen worden. Das Blatt berichtet, die junge Frau lebe in Istanbul und habe gemeinsam mit Freunden ein linksalternatives Café geführt. Demnach hatten die Behörden sie bereits seit einiger Zeit beobachtet.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu wird Nora F. und der Französin vorgeworfen, syrische Flüchtlinge auf dem Weg von Istanbul nach Edirne zum Widerstand gegen die Sicherheitsbehörden angestachelt zu haben. Gök sagte dagegen, sie würden beschuldigt, gegen das Demonstrations- und Versammlungsgesetz verstoßen zu haben.

Am Montag hatten türkische Sicherheitskräfte mehr als 100 Flüchtlinge daran gehindert, zu Fuß von Istanbul zur türkisch-syrischen Grenzstadt Edirne zu laufen. In Edirne warteten zwischenzeitlich mehr als tausend Flüchtlinge, die weiter in das EU-Mitgliedsland Griechenland laufen wollten. Die türkischen Behörden riegeln den Landweg zur Grenze hermetisch ab.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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