Politik

Trump-Freundin geht leer ausDiplomatin aus Guyana führt Rennen um Guterres-Nachfolge an

21.08.2026, 21:37 Uhr
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Diplomatin Carolyn Rodrigues Birkett aus Guyana hat gute Chancen, neue UN-Generalsekretärin zu werden. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Sinkendes Ansehen, aufgeblähte Verwaltung, jede Menge Krisen: Wer auf Antonio Guterres folgt, übernimmt einen schwierigen Posten - begehrt ist er trotzdem. Acht Kandidaten bewerben sich um die UN-Spitze. Nachdem zuletzt Ex-Vizepräsidention von Costa-Rica vorn lag, gibt es nun eine neue Favoritin.

Bei der Suche nach einem neuen UN-Generalsekretär hat sich die Diplomatin Carolyn Rodrigues Birkett aus Guyana in einer zweiten informellen Abstimmung knapp an die Spitze gesetzt. Das Votum im UN-Sicherheitsrat mit seinen 15 Mitgliedern ergab Diplomaten und anderen Insidern zufolge acht befürwortende Stimmen für Birkett.

Damit verdrängte sie die frühere costa-ricanische Vizepräsidentin Rebeca Grynspan, die von sieben Mitgliedern unterstützt wurde, auf den zweiten Platz. Auf dem dritten Rang landete erneut der argentinische Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi.

Die ecuadorianische Diplomatin Ivonne Baki, die erst in dieser Woche in das Rennen eingestiegen war und öffentlich auf ihre Freundschaft mit US-Präsident Donald Trump verwiesen hatte, erhielt keine einzige Ja-Stimme.

Bei den Testabstimmungen können die Mitglieder des Sicherheitsrats auf geheimen Stimmzetteln angeben, ob sie einen Kandidaten "ermutigen", "entmutigen" oder "keine Meinung" zu ihm haben. In den ersten Runden sind die Stimmzettel identisch, um das allgemeine Stimmungsbild zu erfassen. In einer späteren Phase nutzen die fünf ständigen Mitglieder mit Vetorecht - China, Frankreich, Russland, Großbritannien und die USA - farblich abweichende Zettel. So wird ersichtlich, ob ein Kandidat von einer dieser Vetomächte abgelehnt wird.

"Der nächste Generalsekretär muss eine Führungspersönlichkeit sein, die - im Einklang mit dem Völkerrecht und der UN-Charta - eine klare, prinzipientreue Haltung mit Effizienz, Kompetenz, Integrität und Widerstandsfähigkeit verbindet", sagte Sanita Pavļuta-Deslandes, UN-Botschafterin für Lettland, deren Land derzeit als nicht ständiges Mitglied in dem mächtigsten UN-Gremium sitzt. Ebenso wichtig sei ein "entschiedenes Bekenntnis zum Multilateralismus, zur Rechenschaftspflicht und zur internationalen regelbasierten Ordnung", so die Diplomatin über die Erwartungen ihres Landes.

Insgesamt bewerben sich acht Kandidaten um die Nachfolge von Antonio Guterres, der das Amt zum Jahresende nach zwei fünfjährigen Amtszeiten abgibt. Der künftige UN-Chef steht vor der Aufgabe, eine krisengeplagte Organisation mit sinkendem Ansehen zu reformieren, deren Verwaltung Kritikern zufolge zu teuer und aufgebläht ist.

Quelle: ntv.de, uzh/rts

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