Politik

IS nennt es "Spaß für Muslime" Dschihadisten zeigen Feuertod auf Leinwand

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Die Zuschauer ergötzen sich an dem IS-Video, in dem sich der jordanische Pilot im Todeskampf mit den Flammen windet.

Für seine Anhänger im syrischen Rakka bietet der IS ein zweifelhaftes Schauspiel an: Auf Großbildleinwand wird der qualvolle Feuertod des jordanischen Piloten gezeigt. Ein Video dokumentiert die Stimmung in der gleichgeschalteten Gesellschaft.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in ihrer nordsyrischen Hochburg Rakka auf einer Großbildleinwand den Film ausgestrahlt, der die Verbrennung des jordanischen Piloten Muaz al-Kasasbeh zeigt. Die Extremisten verbreiteten dazu im Internet ein Video. Auch syrische Menschenrechtler berichten darüber. Der IS hatte den 26 Jahre alten Jordanier bei lebendigem Leibe verbrannt und den grausamen Mord in einem 22 Minuten langen Film öffentlich gemacht.

Das Video zeigt einen großen Platz in der inoffiziellen Hauptstadt des Islamischen Staats, auf dem sich ausschließlich Männer versammelt haben. Im Vorspann heißt es: "Spaß der Muslime mit dem brennenden jordanischen Piloten". In dem makaberen Streifen sind Männer zu sehen, die auf Arabisch "Gott ist groß" rufen, als der Pilot in Flammen aufgeht. Untermalt wird die Vorstellung von religiösem Gesang, der ebenfalls Teil des Videos ist.

Die Zuschauer äußern sich begeistert, als sie zu ihrer Meinung befragt werden. "Das ist das Schicksal eines jeden, der Muslime angreift", sagt einer der interviewten Zuschauer. Ein anderer Mann erklärt, Kasasbeh habe Kinder von Muslimen bombardiert und deshalb den Tod durch Verbrennung verdient. Verstörend ist das freudestrahlende Gesicht eines etwa zehn Jahre alten Jungen, der ebenfalls nach der Vorstellung befragt wird. Er sagt: "Ich bin sehr glücklich. Ich hätte ihn (am liebsten) mit meinen eigenen Händen verbrannt."

Unklar ist, ob wirklich alle Befragten ihre wahre Meinung äußern oder nur das sagen, was die Macher des Propagandavideos hören wollen. Ein bärtiger junger Mann redet sich jedoch, ebenfalls zu seiner Meinung befragt, glaubhaft in Rage: Der Pilot sei ein Hund von Abdullah II., dem König von Jordanien und die Armeen all der anderen Staaten sollten sich vorsehen.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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