Politik

Hamburger Polizei im Großeinsatz Dutzende Flüchtlinge geraten aneinander

6bbdc04f0d342d33693696f4e67536a2.jpg

Polizisten müssen die Flüchtlinge trennen.

(Foto: dpa)

Dutzende Polizisten sind in Hamburg im Einsatz. Der Grund: In einer Erstaufnahmeeinrichtung kommt es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen mehr als 200 Flüchtlingen. Mehrere Menschen werden verletzt, Möbel gehen zu Bruch.

In einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Hamburg-Bergedorf ist es zu Auseinandersetzungen zwischen zwei größeren Flüchtlingsgruppen gekommen - die Polizei rückte mit 50 Einsatzkräften zum Einsatz aus. Insgesamt mehr als 200 Flüchtlinge seien bereits im Laufe des Mittwochs immer wieder aneinandergeraten, sagte ein Polizeisprecher.

Demnach habe es bei der Auseinandersetzung zwischen den syrischen und afghanischen Flüchtlingsgruppen auch Verletzte gegeben. Die teils aggressiven Menschen auf beiden Seiten hätten zudem auch Schäden verursacht - Betten und Stühle seien zu Bruch gegangen. Der Polizeieinsatz dauerte am Morgen noch an. Genauere Angaben zum Anlass der Auseinandersetzung oder der Schwere der Verletzungen konnte der Sprecher nicht machen.

Zuletzt hatte es mehrere Berichte über Gewalt in Flüchtlingsunterkünften gegeben. So war es in einer Notunterkunft für Flüchtlinge im nordhessischen Kassel-Calden am Sonntag zu einer Massenschlägerei unter 300 Albanern und 70 Pakistanern gekommen. Auslöser war eine Rangelei zwischen zwei Bewohnern während der Essensausgabe. Auch in Heimen in anderen Städten kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Menschenrechtsorganisationen und Polizisten sind sich einig, dass die schwierigen Zustände bei der Unterbringung der Flüchtlinge der Gewalt Vorschub leisten. "Wenn da 4000 Menschen in einem Heim sind, das eigentlich nur 750 Plätze hat, dann führt diese Enge zu Aggressionen, wo selbst eine Winzigkeit wie der Gang zur Toilette zu einer Handgreiflichkeit führt", sagte jüngst der stellvertretende Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Jörg Radek der "Welt".

Quelle: ntv.de, ghö/dpa