Politik

Von Schleppern zurückgelassen Dutzende Flüchtlinge verdursten in Sahara

imago64577048h.jpg

(Foto: imago/Westend61)

Bei ihrer Flucht nach Algerien begeben sich 34 Menschen - darunter 20 Kinder - in die Hände von Schleppern. Sie wollen die Flüchtlinge durch die Wüste in das nordafrikanische Land schmuggeln. Doch es geht etwas schief. Für die Verzweifelten ist es das Todesurteil.

Bei den Versuch, die Sahara zu durchqueren, sind 34 Flüchtlinge im afrikanischen Staat Niger ums Leben gekommen. Die 14 Erwachsenen und 20 Kinder seien offenbar von Schleppern in einer Wüstenregion zurückgelassen worden und dort verdurstet, teilte das nigrische Innenministerium in der Hauptstadt Niamey mit. Die Leichen seien bei der Ortschaft Assamaka nahe der Grenze zu Algerien gefunden worden.

*Datenschutz

Das Flüchtlingsdrama in der Wüste habe sich bereits in der vergangenen Woche ereignet. Zwei der Flüchtlinge seien Nigerianer, hieß es. Die Nationalitäten der anderen sind bisher noch ungeklärt. Die tot aufgefundenen Menschen waren offenbar unterwegs nach Algerien, von wo aus viele Flüchtlinge dann weiter nach Europa zu gelangen versuchen.  

Tausende Flüchtlinge wagen sich jedes Jahr auf diesen gefährlichen Weg durch die Sahara – allein im vergangenen Jahr waren es laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 120.000 Menschen. 37 überlebten den Fluchtversuch nicht. In diesem Jahr seien bereits 48 Menschen bei dem Fluchtversuch gestorben – und die Dunkelziffer liegt womöglich noch höher.

Zahl der Toten wahrscheinlich höher

"Wir wissen, dass die Zahl der Menschenhändler in der Gegend steigt", sagte ein IOM-Sprecher dem britischen "Guardian". "Aufgrund der Abgelegenheit und der unzureichenden Patrouillen gehen wir davon aus, dass die Zahl der Toten wesentlich höher ist."

Das Innenministerium von Niger warnte Flüchtlinge noch einmal eindringlich vor den Risiken einer Wüstendurchquerung. Sie begäben sich in den Händen von "kriminellen Netzwerken" auf einen "gefährlichen Weg", hieß es in einer Erklärung. "Die Ursache solcher Tragödien sind immer, dass die Menschen ungesicherten Routen folgen und sich weigern, in Militärkonvois mitzufahren."

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

Mehr zum Thema